DTP-Übersetzung beginnt vor der Übersetzung: Wie Dateivorbereitung Ihr Translation Memory sauber hält und Kosten senkt
Eine DTP-Übersetzung beginnt, bevor der erste Satz übersetzt wird. Die Dateivorbereitung macht aus PDFs, Scans und alten Layouts saubere, bearbeitbare Ausgangsdateien, entfernt zerrissene Sätze, harte Zeilenumbrüche und überflüssige Tags und plant Schriften und Textlauf im Voraus. Das hauseigene DTP-Team von DEMA Solutions bereitet jede Datei so vor: Die Übersetzung arbeitet mit vollständigen Sätzen, Ihr Translation Memory bleibt sauber und jede neue Version kostet weniger.

Für wen dieser Leitfaden gedacht ist
Dieser Beitrag richtet sich an alle, die Dokumente zur Übersetzung geben und mit dem leben müssen, was zurückkommt: Leiterinnen und Leiter der Technischen Dokumentation, Technische Redakteure, Lokalisierungsverantwortliche und die Kolleginnen und Kollegen im Einkauf, die die Rechnungen freigeben. Die meisten arbeiten bei Herstellern, deren Betriebsanleitungen, Ersatzteilkataloge und Broschüren in InDesign, FrameMaker, Word oder XML entstehen, oft neben PDFs, deren Quelldateien niemand mehr findet. Ihre Fragen sind praktisch: Warum kommen Layouts beschädigt zurück, warum kostet jede Version fast so viel wie die erste, was soll man mitschicken und wie lange dauert die Vorbereitung?
Was Dateivorbereitung bei der DTP-Übersetzung bedeutet
Jedes übersetzte Dokument durchläuft drei Schritte: Die Ausgangsdatei wird vorbereitet, der Text wird übersetzt, und die übersetzte Datei wird in jeder Sprache neu gesetzt. Die meiste Aufmerksamkeit gilt den beiden letzten Schritten, weil der Leser sie sieht. Der erste entscheidet jedoch, wie reibungslos und wie kostengünstig alles Weitere läuft.
Dateivorbereitung, manchmal auch Pre-Processing oder Vorverarbeitung genannt, bedeutet, eine Ausgangsdatei für die Übersetzungswerkzeuge fit zu machen, die sie einlesen. Ein DTP-Spezialist arbeitet in der Originalanwendung und entfernt alles, was diese Werkzeuge verwirren würde: erzwungene Zeilenumbrüche, Sätze, die auf getrennte Textrahmen verteilt sind, uneinheitliche Formate, verborgenen oder Übersatztext, manuelle Trennungen sowie Text in Bildern oder in Pfade umgewandelten Text. Liegt nur ein PDF oder ein Scan vor, beginnt die Vorbereitung mit dem Neuaufbau einer bearbeitbaren Datei.
Für den Leser sieht die fertige Datei genauso aus wie vorher. Für ein Übersetzungswerkzeug ist sie ein anderes Dokument, nämlich eine übersetzungsgerechte Datei: vollständige, einheitliche Sätze, die einmal übersetzt und jahrelang wiederverwendet werden. Deshalb gehört die Dateivorbereitung für Übersetzungen fest ins Projekt und nicht als optionales Extra daneben.
Warum die Vorbereitung über Qualität, Kosten und TM-Nutzung entscheidet
Übersetzungswerkzeuge zerlegen ein Dokument in Segmente, meist Sätze, und speichern jedes übersetzte Segment zusammen mit dem Ausgangstext in Ihrem Translation Memory. Taucht derselbe Satz wieder auf, in der nächsten Revision oder in der Betriebsanleitung einer ähnlichen Maschine, schlägt das Memory die freigegebene Übersetzung vor. Auf diesem Mechanismus beruhen niedrigere Kosten bei wiederkehrenden Inhalten, und er hängt vollständig davon ab, dass die Segmente stimmen.
Ein zerrissener Satz wird im Memory zu zwei halben Sätzen. Ein Zeilenumbruch mitten im Satz führt dazu, dass das Werkzeug jede Hälfte als eigenes Segment behandelt. Der Übersetzer sieht Fragmente ohne Kontext, was gerade dort Fehler begünstigt, wo sich die Wortstellung ändert, und beide Fragmente werden gespeichert, als wären sie vollständig. Erscheint der Satz in der nächsten Anleitung ungeteilt, erkennt das Memory ihn nicht, und Sie bezahlen ihn noch einmal.
Kleine Formatierungsunterschiede machen aus exakten Treffern Teiltreffer. Ein Wort, das in einer Version fett ist und in der anderen nicht, oder ein zusätzlicher Format-Tag, lässt das Memory zwei verschiedene Segmente sehen, und ein Linguist muss Text bearbeiten, der bereits freigegeben war.
Tags vervielfachen sich, und Fehler folgen. Jeder unnötige Formatwechsel und jede lokale Zeichenformatierung wird zu einem Tag, den der Übersetzer korrekt setzen muss. Tags bremsen die Übersetzung, und ein falsch platzierter Tag kann einen Querverweis zerstören oder das fett gesetzte Signalwort eines Warnhinweises verlieren lassen.
Text, der nie im Memory ankommt, wird jedes Mal von Hand bearbeitet. Text in Bildern oder in Pfade umgewandelter Text ist für Übersetzungswerkzeuge unsichtbar und wird deshalb bei jeder Version außerhalb des Memorys übersetzt.
In einem einzelnen Dokument ist jedes dieser Probleme klein. Über Jahre und viele Versionen hinweg entscheiden sie darüber, wie viel Inhalt wiederverwendet und wie viel erneut bezahlt wird. Ein eigenes Translation Memory zahlt sich deshalb erst dann voll aus, wenn die Segmente darin sauber sind: Ein Memory voller Fragmente ist ein Wert, der Ihnen gehört, den Sie aber kaum nutzen können. Saubere Segmente sind damit einer der wirksamsten Hebel, wenn Sie die Kosten für die Übersetzung technischer Dokumentation senken wollen, neben Terminologie und Layout.
Warum Dateien unvorbereitet ankommen
Dateien, die zur Übersetzung gehen, sind selten vorbereitet, und fast nie mit Absicht. Viele Dokumentverantwortliche gehen davon aus, dass eine Datei, die im Druck perfekt aussieht, auch so in die Übersetzung gehen kann, ohne zu wissen, dass ein Übersetzungswerkzeug die Struktur einer Datei liest und nicht ihr Aussehen. Termindruck sorgt dafür, dass Dateien ungeprüft verschickt werden, und die Probleme zeigen sich später, multipliziert mit der Zahl der Sprachen. Layouts aus InDesign, FrameMaker oder Illustrator erfordern Fachwissen für die Vorbereitung, und wo es fehlt, entfällt sie. Darauf zu verzichten wirkt im einzelnen Projekt günstiger, kostet aber bei den folgenden mehr an Korrekturen und verlorener Wiederverwendung, und genau das gehört zu den Faktoren, die die Übersetzungskosten technischer Handbücher am stärksten treiben.
Ausgangspunkt PDF, Scan oder Altdatei
Der schwierigste Ausgangspunkt ist ein Dokument, das nur als PDF oder Scan existiert, und das ist keine Seltenheit: eine Betriebsanleitung, deren Layoutdateien beim Dienstleisterwechsel verloren gingen, oder ein Katalog, der mit einer Übernahme ins Haus kam. Ein PDF ist ein Druckformat, das Text als positionierte Zeilen speichert und nicht als fortlaufende Sätze, sodass ein Übersetzungswerkzeug, das es direkt einliest, nur zerstückelte Fragmente sieht. Ein Scan enthält überhaupt keinen Text, nur ein Bild davon. Damit das nicht passiert, gehört die Rückgabe der Quelldateien auf die Checkliste, wenn Sie den Übersetzungsdienstleister wechseln und Ihre Assets sichern wollen.
Bei Scans ist der erste Schritt die optische Zeichenerkennung (OCR), die das Bild in echte Zeichen umwandelt. Damit ist die Arbeit aber nie erledigt. Technische Dokumente sind voller Teilenummern, Einheiten, Toleranzen und Symbole, und genau hier liest OCR falsch: Ein kleines l wird zur 1, ein Gradzeichen verschwindet, ein Dezimalkomma wird zum Punkt. Der erkannte Text muss gegen das Original Korrektur gelesen und anschließend die Struktur neu aufgebaut werden: echte Absätze statt einzelner Zeilen, echte Tabellen, Formate für Überschriften, Warnhinweise und Bildunterschriften, Grafiken getrennt vom Text. Aus textbasierten PDFs lässt sich der Text zwar extrahieren, das Layout muss aber trotzdem neu aufgebaut werden, damit es bei längerer Übersetzung umbrechen kann. Der Neuaufbau braucht Zeit, und originale Layoutdateien, sofern sie irgendwo existieren, liefern immer ein besseres und günstigeres Ergebnis. Es lohnt sich also, zuerst beim früheren Dienstleister oder beim Grafikstudio nachzufragen.
Der Neuaufbau hat einen zweiten Vorteil. Gibt es ältere Übersetzungen des Dokuments, lassen sich die saubere Ausgangsdatei und diese Übersetzungen Satz für Satz zuordnen, und mit einem Alignment vorhandener Übersetzungen in ein Translation Memory holen Sie Arbeit zurück, die Sie bereits bezahlt haben.
Was die Vorbereitung je nach Format umfasst
Jedes Format hat seine Eigenheiten und seine Fallen. Das Prinzip bleibt gleich, vollständige Sätze und ein vorhersehbarer Textfluss, doch die Arbeit dahinter unterscheidet sich.
InDesign. Die meisten Broschüren und Kataloge und viele Anleitungen entstehen in InDesign, was die InDesign-Übersetzung zum häufigsten DTP-Auftrag macht. Vorbereitung heißt hier: Textabschnitte verketten, statt sie in getrennten Rahmen zu lassen, erzwungene Zeilenumbrüche und manuelle Trennungen entfernen, mit Tabulatoren gebaute Spalten in echte Tabellen umwandeln, lokale Abweichungen durch Formate ersetzen und Übersatz oder verborgenen Text prüfen. Fehlende Schriften und Verknüpfungen werden geklärt, bevor irgendetwas exportiert wird. Erscheinen dieselben Inhalte auch im Shop und in Marktplatz-Feeds, lohnt sich ein Blick in unseren Leitfaden dazu, wie Sie einen Onlineshop übersetzen lassen.
FrameMaker. Umfangreiche Handbücher liegen oft als FrameMaker-Bücher mit bedingtem Text, Variablen, Querverweisen und Markern vor. Die Vorbereitung prüft, welche Bedingungen übersetzt werden, ob Variablen verwendet statt abgetippt wurden und ob Querverweise den Hin- und Rückweg überstehen. Ein defekter Querverweis im Ausgangstext wird in jeder Sprache zu einem defekten Querverweis.
Illustrator. Schemata und Explosionszeichnungen enthalten oft in Pfade umgewandelten Text, der als bearbeitbarer Text neu angelegt werden muss, sowie Beschriftungen aus getrennten Zeilen, die zusammengeführt werden müssen, damit jede Beschriftung ein Segment ist. Text in Rasterbildern muss neu erstellt oder das Bild mit Ebenen geliefert werden.
Word. Word-Dateien wirken einfach und sind oft die unordentlichsten: nachverfolgte Änderungen, verborgener Text, frei schwebende Textfelder und Absätze, die mit Leerzeichen und Zeilenumbrüchen gebaut sind. Vorbereitung heißt hier, Überarbeitungen bereinigen, Formatvorlagen anwenden und Abstände aus leeren Absätzen entfernen.
XML und DITA. Strukturierte Inhalte sind bereits vom Layout getrennt, doch Übersetzungswerkzeuge müssen trotzdem wissen, welche Elemente übersetzbar sind, wie sich Inline-Elemente verhalten und wie wiederverwendete Topics und Content-Referenzen zusammenspielen. Die Vorbereitung besteht hier vor allem aus Konfiguration und Tests, damit das Publizieren in jeder Sprache funktioniert, bevor die Übersetzung beginnt.
CAD-Zeichnungen mit Positionstexten. Zeichnungen und Schaltpläne tragen Positionstexte, Hinweise und Schriftfeldtexte in Textobjekten, Blockattributen oder Beschriftungen. Die Vorbereitung extrahiert nur das, was übersetzt werden soll, sperrt Betriebsmittelkennzeichen und Teilenummern und plant, wo längerer Text auf einer Zeichnung Platz findet, die sich nicht verschieben lässt.
Die häufigsten Probleme, die wir beheben
Ob die Ausgangsdatei eine Betriebsanleitung, ein Ersatzteilkatalog oder eine Broschüre ist, es tauchen immer wieder dieselben Probleme auf.
Typografisches Rauschen
Doppelte Leerzeichen, mit Leerzeichen gebaute Einzüge und verirrte Zeichen wirken auf dem Bildschirm harmlos, beeinflussen aber, wie Text segmentiert wird und wie er umbricht, sobald eine längere Sprache den Ausgangstext ersetzt.

Zerrissene Sätze
Harte Zeilenumbrüche mitten im Satz teilen ihn in zwei Segmente. Sie sind die größte Einzelursache für verunreinigte Translation Memorys, weil keine der beiden Hälften je wieder zum vollständigen Satz passt.

Falsche Silbentrennung
Manuelle Trennstriche teilen Wörter, sodass das Werkzeug zwei verschiedene Wörter sieht. Die automatische Silbentrennung hält Wörter ganz und lässt jede Sprache ihren eigenen Regeln folgen.

Falsche Seiten- und Rahmenumbrüche
Ein Seiten- oder Rahmenumbruch innerhalb eines Satzes verteilt ihn auf zwei Textblöcke, begünstigt Auslassungen und macht es unmöglich, den übersetzten Satz korrekt umbrechen zu lassen.

Tabellen und Tabulatorspalten
Tabellen mit verbundenen Zellen und Absatzmarken in Zellen verrutschen, sobald sich die Textlänge ändert, und mit Tabulatoren gebaute Spalten machen jede Zeile zu einem Segment, das mehrere Zellen vermischt, sodass der Übersetzer nicht erkennt, wo ein Wert endet. Text in Bildern und Pfaden muss als bearbeitbarer Text neu angelegt werden, und stark getaggter Text muss auf Formate zurückgeführt werden, damit Tags Bedeutung tragen statt Rauschen zu erzeugen.

Schriften, Schriftsysteme und Textlauf
Zwei Layoutfragen müssen vor der Übersetzung beantwortet werden, nicht danach: Funktionieren die Schriften in jeder Zielsprache, und wohin kommt der zusätzliche Text?
Viele Hausschriften decken die westeuropäischen Sprachen ab, nicht aber den vollständigen Zeichensatz mittel- und osteuropäischer Sprachen, von Kyrillisch, Griechisch, Chinesisch oder Arabisch ganz zu schweigen. Ein fehlendes Zeichen erscheint als leeres Kästchen oder wird stillschweigend durch eine andere Schrift ersetzt, was in einer langen Anleitung leicht übersehen wird. Zur Vorbereitung gehört deshalb, jede Schrift gegen jede Zielsprache zu prüfen, markenkonforme Ersatzschriften abzustimmen und Lizenzen zu bestätigen. Sprachen mit Schreibrichtung von rechts nach links brauchen mehr als eine Schrift: Seiten werden gespiegelt, Tabellen und Nummerierungen wechseln die Richtung.
Übersetzter Text ist außerdem oft deutlich länger als der Ausgangstext, und manche Sprachen bilden lange Komposita, die sich nicht leicht trennen lassen, wie Sie aus dem Deutschen selbst kennen. In einer fließenden Anleitung bedeutet der Textlauf zusätzliche Seiten. In einem festen Raum, einer Beschriftung, einer Tabellenzelle oder einem Positionstext auf einer Zeichnung, passt der Text schlicht nicht hinein. Die Lösung gehört in die Ausgangsdatei: Rahmen mit Platz zum Wachsen, Tabellen mit Zeilenumbruch und abgestimmte Regeln, wann die Schriftgröße verkleinert werden darf und wann nicht, besonders bei Sicherheitshinweisen. Wer das einmal in der Vorlage plant, spart Korrekturen in jeder Sprache, und genau deshalb ist mehrsprachiges DTP eine eigene Disziplin.
Was Sie mit Ihren Dateien mitschicken sollten
Das Nützlichste, was Sie tun können, ist, gleich zu Beginn das richtige Paket zu schicken, denn jedes fehlende Element kostet später eine Runde Rückfragen.
- Die nativen Dateien, nicht nur das PDF: das InDesign-Paket, das vollständige FrameMaker-Buch, die XML- oder DITA-Map mit allen referenzierten Topics.
- Schriften und Bilder oder Lizenzangaben, damit sich das Layout exakt reproduzieren lässt.
- Ein finales PDF des Ausgangstextes zum Abgleich.
- Ihre Terminologie, Ihr Translation Memory und Ihren Styleguide, sofern vorhanden.
- Hinweise, was nicht übersetzt wird: Teilenummern, Handelsnamen, Oberflächentexte.
- Angaben zur Ausgabe: Druck oder digital, und ob sich die Seitenzahl ändern darf.
Fehlt etwas, sagen Sie es gleich zu Beginn. Ein Übersetzungs-Styleguide und eine geprüfte Terminologie lassen sich im ersten Projekt aufbauen und werden dann in jedem folgenden wiederverwendet.
Wie lange die Dateivorbereitung dauert, und warum
Die Vorbereitungszeit hängt weit mehr vom Zustand der Datei ab als von ihrer Länge. Ein sauber aufgebautes InDesign-Dokument mit verketteten Textabschnitten und einheitlichen Formaten lässt sich schnell prüfen und freigeben. Ein gleich großes Dokument, über Jahre von mehreren Autoren zusammengesetzt, mit Zeilenumbrüchen auf jeder Seite und Text in Bildern, dauert deutlich länger. Am meisten zählt das Ausgangsformat, denn ein Scan braucht OCR, Korrekturlesen und einen vollständigen Neuaufbau. Grafiken mit eingebettetem Text, komplexe FrameMaker-Bücher oder DITA-Wiederverwendung, CAD-Extraktion und fehlende Schriften kosten jeweils zusätzliche Zeit.
Was Kunden oft übersehen: Die Vorbereitung ist überwiegend eine einmalige Investition. Ist eine Datei einmal bereinigt und ihre Vorlage eingerichtet, startet die nächste Revision von einer vorbereiteten Datei, und der Aufwand sinkt deutlich. Betrachten Sie sie nicht als Zusatzkosten in diesem Projekt, sondern als den Grund, warum die nächsten weniger kosten.
Qualitätsprüfungen nach der Vorbereitung und nach dem Satz
Die Vorbereitung wird zweimal geprüft. Vor der Übersetzung wird die vorbereitete Datei Seite für Seite mit dem Original verglichen, mit besonderem Augenmerk auf Tabellen, Warnhinweise und Zahlen, und ein Testexport bestätigt, dass das Übersetzungswerkzeug vollständige Sätze und die erwartete Textmenge sieht.
Nach dem Satz sucht eine zweite Runde nach Problemen, die erst in der fertigen Datei sichtbar werden: Übersatz oder abgeschnittener Text, schlechte Zeilenumbrüche, fehlende oder ersetzte Zeichen, eine für die Sprache falsche Silbentrennung, defekte Querverweise und Bilder, die noch den Ausgangstext zeigen. Danach sieht sich ein Linguist die fertigen Seiten an, denn ein Satz, der im Übersetzungswerkzeug korrekt war, kann auf der Seite trotzdem abgeschnitten oder verrutscht sein. Sicherheitshinweise verdienen einen eigenen Durchgang, denn ein Warnhinweis, der bis zur Unlesbarkeit verkleinert wurde, ist ein Haftungsrisiko und kein Formatierungsproblem.
Schritt für Schritt: ein DTP-Übersetzungsprojekt von der Datei bis zum fertigen Layout
Ein gut geführtes Projekt beginnt mit einer Analyse der Ausgangsdateien: Das DTP-Team öffnet die nativen Dateien, listet fehlende Schriften und Verknüpfungen auf, erkennt die oben beschriebenen Probleme und schätzt den Aufwand. Alles, was das Design betrifft, etwa die Umwandlung von Tabulatorspalten in Tabellen, wird vorher mit Ihnen abgestimmt. Danach folgt die Vorbereitung im nativen Format: Bereinigung, Neuaufbau wo nötig, Einrichtung der Vorlage für den Textlauf und Prüfung der Schriften gegen die Zielsprachen, anschließend ein getesteter Export.
Die Übersetzung läuft auf sauberen Segmenten, mit Ihrem Memory und Ihrer Terminologie vom ersten Satz an: Exakte Treffer kommen dort zurück, wo sich der Inhalt nicht geändert hat, und die Linguisten verwenden ihre Zeit auf das, was wirklich neu ist. Ein zweiter qualifizierter Linguist revidiert jede Übersetzung. Danach kehrt der Text für den Satz in jeder Sprache ins Layout zurück, innerhalb der zu Beginn vereinbarten Regeln für den Textlauf. Das Projekt endet mit den Endkontrollen und der Lieferung der übersetzten nativen Dateien, der PDFs und des aktualisierten Memorys, sodass die nächste Version von einer besseren Ausgangslage startet als diese.
Fragen an einen Dienstleister für DTP-Übersetzung
Wie ein Dienstleister über Dateivorbereitung spricht, verrät eine Menge. Fragen Sie, ob das DTP intern erfolgt und vom selben Team, das auch die Übersetzungen setzt, welche nativen Formate täglich bearbeitet werden, was vor der Übersetzung und nach dem Satz geprüft wird, und ob Sie die übersetzten nativen Dateien und das aktualisierte Memory in einem portablen Format erhalten oder nur PDFs. Ein Angebot mit reinem Wortpreis und ohne ein Wort zum Zustand Ihrer Dateien bedeutet, dass Probleme später gelöst werden, auf Ihre Kosten. Weitere Fragen finden Sie in unserem Leitfaden, wie Sie ein technisches Übersetzungsbüro auswählen, und dieselbe Konsistenzlogik gilt, wenn sich mehrere Dienstleister Ihre Inhalte teilen, wo zentrales Terminologiemanagement unverzichtbar wird.
Wie DEMA Solutions die DTP-Übersetzung umsetzt
Die Dateivorbereitung ist fester Bestandteil jedes DTP-Projekts unseres hauseigenen Teams und kein optionales Extra. Das Team arbeitet in den oben beschriebenen nativen Formaten und macht PDFs und Scans wieder bearbeitbar, wenn keine Quelldateien existieren. Die Übersetzung folgt unserem nach ISO 17100 zertifizierten Prozess, bei dem ein zweiter qualifizierter Linguist jede Übersetzung revidiert, und dasselbe DTP-Team setzt jede Sprache und prüft die finalen Dateien. Sie stellen die Originaldateien und eventuelle Marken- oder Stilvorgaben bereit; wir fragen nur nach, wenn eine Entscheidung das Design betrifft. Werden Übersetzung und DTP gemeinsam erledigt, kommt das Layout einsatzbereit zurück.
Die vorbereiteten Dateien und die sauberen Segmente bleiben Ihr Eigentum. Translation Memory und Terminologie erhalten Sie in portablen Formaten (TMX und TBX), sodass die nächste Version, mit uns oder mit jemand anderem, von sauberen Inhalten ausgeht. Für Hersteller, die ihre Dokumentation für neue Märkte vorbereiten, oder für die Anforderungen der Maschinenverordnung an übersetzte Betriebsanleitungen, die ab dem 20. Januar 2027 gelten, decken unsere Desktop-Publishing-Leistungen den gesamten Weg von der Ausgangsdatei bis zum fertigen Layout ab.
Wo TUBE ins Spiel kommt
Saubere Dateien sind der Anfang der Wiederverwendung; diese Wiederverwendung unter Ihrer Kontrolle zu halten, ist der nächste Schritt. Mit der Lösung TUBE steuern Ihre Terminologie und Ihr Translation Memory die maschinelle Übersetzung, jede freigegebene Übersetzung fließt in ein Memory, das Ihnen gehört und das Sie exportieren können, und Leverage-Berichte zeigen, wie viel jeder Aktualisierung aus bereits freigegebenem Text stammt.
Häufige Fragen
Die DTP-Übersetzung, auch Desktop-Publishing-Übersetzung genannt, verbindet Übersetzung mit Satzarbeit. Die Ausgangsdatei wird vorbereitet, der Text übersetzt und das übersetzte Dokument wieder im ursprünglichen Design gesetzt, bereit für Druck oder Veröffentlichung in jeder Sprache.
Das ist die Arbeit an einer Ausgangsdatei vor der Übersetzung: sie bearbeitbar machen, wenn es ein PDF oder Scan ist, zerrissene Sätze, harte Zeilenumbrüche, manuelle Trennungen und uneinheitliche Formatierung beheben, Text in Bildern neu anlegen sowie Schriften und Platz für längeren Text prüfen, damit Übersetzungswerkzeuge vollständige, einheitliche Sätze lesen.
Saubere Dateien ergeben saubere Segmente im Translation Memory. In späteren Dokumenten werden Sätze dann als exakte Treffer erkannt, statt erneut übersetzt oder bearbeitet zu werden, und in jeder Sprache fällt weniger Formatierungs- und Korrekturaufwand an.
Ja, es muss aber zuerst in eine bearbeitbare Datei umgewandelt werden, mit OCR für gescannte Seiten, sorgfältigem Korrekturlesen von Zahlen und Symbolen und einem neu aufgebauten Layout. Die originalen Layoutdateien liefern, wenn sie sich finden lassen, immer ein besseres und günstigeres Ergebnis.
Meist, weil die Ausgangsdatei weder für die Übersetzung noch für den Textlauf vorbereitet war. Manuelle Zeilenumbrüche, mit Tabulatoren gebaute Spalten, feste Rahmen und fehlende Schriften sehen im Ausgangstext gut aus und brechen, sobald sich Textlänge oder Zeichensatz ändern.
Nein. Die Vorbereitung erfolgt einmal an der Ausgangsdatei, und alle Zielsprachen profitieren davon. Sprachspezifische Arbeiten wie Schriften für andere Schriftsysteme oder die Spiegelung für Rechts-nach-links-Sprachen werden bei der Vorbereitung geplant und beim Satz umgesetzt.
Schicken Sie uns vor Ihrer nächsten Übersetzung eine Datei
Kommen Ihre Dokumente mit Layoutproblemen aus der Übersetzung zurück, oder scheint jede Version so viel zu kosten wie die erste, liegt der Grund möglicherweise in den Dateien. Senden Sie uns eine Beispieldatei, und unser DTP-Team sagt Ihnen, welche Vorbereitung sie braucht und was sie bei den folgenden Versionen einsparen würde.
