Maschinenverordnung 2023/1230: übersetzte Betriebsanleitungen, Warnhinweise und CE-Unterlagen ab Januar 2027
Ab dem 20. Januar 2027 ersetzt die Maschinenverordnung, die Verordnung (EU) 2023/1230, die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG. Betriebsanleitung, Sicherheitsinformationen und Warnhinweise müssen in einer für die Nutzer leicht verständlichen Sprache abgefasst sein, die jeder Mitgliedstaat festlegt, und dürfen unter klaren Bedingungen digital bereitgestellt werden. Die EU-Konformitätserklärung ist für jeden Markt zu übersetzen. DEMA Solutions unterstützt Maschinenhersteller dabei, diese Dokumentation in allen Sprachen zu erstellen und aktuell zu halten.

Für wen dieser Leitfaden gedacht ist
Dieser Leitfaden richtet sich an Verantwortliche für technische Dokumentation, Lokalisierung und Qualität sowie an Technische Redakteure bei Herstellern von Verpackungs- und Prozessmaschinen, Hebezeugen, HLK-Anlagen und Automatisierungslinien, die in viele EU-Märkte exportieren und ihre Anleitungen in Word, InDesign, FrameMaker oder DITA pflegen.
Die folgenden Abschnitte beantworten ihre praktischen Fragen, von der digitalen Betriebsanleitung bis zur unvollständigen Maschine, jeweils mit Verweis auf die Verordnung (EU) 2023/1230, damit Sie alles selbst nachprüfen können.
Von der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG zur neuen Maschinenverordnung
Die Verordnung (EU) 2023/1230 hebt die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG mit Wirkung vom 20. Januar 2027 auf (Artikel 51) und gilt ab demselben Datum (Artikel 54). In der ursprünglichen Veröffentlichung stand der 14. Januar; eine im Juli 2023 im Amtsblatt veröffentlichte Berichtigung hat die Daten auf den 20. Januar verschoben. Zusammenfassungen, die noch den 14. Januar nennen, sind daher veraltet.
Die Maschinenverordnung 2023/1230 gilt unmittelbar in allen Mitgliedstaaten, ohne nationale Umsetzung; was jedes Land weiterhin selbst festlegt, ist die Sprache, in der die Nutzer die Informationen erhalten müssen. Maßgeblich für den Übergang ist der Zeitpunkt, zu dem eine Maschine in Verkehr gebracht wird, nicht der Zeitpunkt ihrer Konstruktion. Nach Artikel 52 dürfen die Mitgliedstaaten die Bereitstellung von Produkten nicht behindern, die vor dem 20. Januar 2027 im Einklang mit der Richtlinie in Verkehr gebracht wurden. Eine Maschine, die ab diesem Datum in Verkehr gebracht wird, muss dagegen der Verordnung entsprechen, die Dokumentation eingeschlossen, auch wenn sich Konstruktion und Anleitung seit Jahren nicht verändert haben.
Auch die Sprachregel ist neu formuliert. Die Richtlinie verlangte Betriebsanleitungen in der oder den Amtssprachen des Mitgliedstaats, in dem die Maschine in Verkehr gebracht oder in Betrieb genommen wurde. Die Verordnung verlangt, dass Betriebsanleitung, Sicherheitsinformationen und Informationen nach Anhang III „in einer vom betreffenden Mitgliedstaat festgelegten, für die Nutzer leicht verständlichen Sprache abgefasst“ werden (Artikel 10 Absatz 7). Die meisten Länder werden weiterhin ihre Landessprache oder Landessprachen erwarten, dennoch lohnt es sich, Ihre Marktliste anhand der neuen Formulierung zu überprüfen.
Eine vertraute Konvention verschwindet aus dem Rechtstext. Nach der Richtlinie trug die geprüfte Sprachfassung den Vermerk „Originalbetriebsanleitung“ und jede andere Fassung den Vermerk „Übersetzung der Originalbetriebsanleitung“. Anhang III der Verordnung wiederholt diese Formulierung nicht. Eine klar gekennzeichnete Ausgangsfassung bleibt gute Praxis für das Änderungsmanagement, und die harmonisierten Normen oder Kundenanforderungen, nach denen Sie arbeiten, können sie weiterhin erwarten. Der Schwerpunkt der Verordnung liegt jedoch woanders: Artikel 10 Absatz 7 verlangt, dass die Anleitung das Produktmodell, dem sie entspricht, in jeder Sprache klar beschreibt.
Welche Dokumente die Nutzer in ihrer Sprache erreichen müssen
Die Sprachpflichten verteilen sich auf mehrere Artikel und Anhänge. Zusammen gelesen ergeben sie ein vollständiges Dokumentationspaket.
Betriebsanleitung. Nach Artikel 10 Absatz 7 muss der Maschine die Betriebsanleitung mit den Informationen nach Anhang III beiliegen, klar, verständlich und lesbar, in einer für die Nutzer leicht verständlichen Sprache. Anhang III Abschnitt 1.7.4.2 nennt den Mindestinhalt: unter anderem Angaben zum Hersteller, bestimmungsgemäße Verwendung, Installation, Inbetriebnahme, Restrisiken, Schutzmaßnahmen und persönliche Schutzausrüstung, Einrichtung und Wartung, sicherheitsrelevante Ersatzteile, Geräuschemissionen und Rettungsverfahren. Abschnitt 1.7.4.1 ergänzt, dass die Anleitung auch die vernünftigerweise vorhersehbare Fehlanwendung berücksichtigen muss und dass Formulierung und Gestaltung bei nichtprofessionellen Nutzern dem allgemeinen Bildungsstand und dem Urteilsvermögen entsprechen müssen, die man von ihnen vernünftigerweise erwarten kann.
Informationen und Warnhinweise an der Maschine. Anhang III Abschnitt 1.7.1 bevorzugt leicht verständliche Symbole oder Piktogramme, doch alle schriftlichen oder mündlichen Informationen und Warnhinweise müssen in einer vom Mitgliedstaat festgelegten, für die Nutzer leicht verständlichen Sprache sein. Abschnitt 1.7.1.1 verlangt, dass Bildschirme und andere interaktive Kommunikationsmittel zwischen Bediener und Maschine leicht verständlich sind. Damit fallen HMI-Texte, Alarmmeldungen und Bildschirmhilfen in den Anwendungsbereich. Abschnitt 1.7.3 verlangt, dass die Maschine die für einen sicheren Betrieb wesentlichen Angaben trägt, nach derselben Sprachregel.
Kennzeichnung und Kontaktangaben. Artikel 10 Absatz 5 verlangt auf der Maschine die Modell-, Serien- oder Typbezeichnung, das Baujahr und gegebenenfalls die Serien- oder Chargennummer. Nach Artikel 10 Absatz 6 müssen auch Name, Postanschrift und digitaler Kontakt des Herstellers angegeben sein, in einer für Nutzer und Marktüberwachungsbehörden leicht verständlichen Sprache. Einführer haben nach Artikel 13 Absatz 3 dieselbe Pflicht für ihre eigenen Angaben.
Die EU-Konformitätserklärung. Nach Artikel 21 Absatz 2 folgt die Erklärung dem Muster in Anhang V Teil A, wird laufend aktualisiert und in die Sprache oder Sprachen übersetzt, die der Mitgliedstaat vorschreibt, in dem die Maschine in Verkehr gebracht, auf dem Markt bereitgestellt oder in Betrieb genommen wird. Verlangen mehrere Rechtsakte der Union jeweils eine Erklärung, schreibt Artikel 21 Absatz 3 eine einzige Erklärung für alle vor. Nach Artikel 10 Absatz 8 liegt die Erklärung entweder der Maschine bei, oder die Anleitung nennt eine Internetadresse oder einen maschinenlesbaren Code, über den sie abrufbar ist. Eine digitale Erklärung muss während der erwarteten Lebensdauer der Maschine und mindestens 10 Jahre lang online verfügbar bleiben.
Verkaufsprospekte. Nach Anhang III Abschnitt 1.7.5 dürfen Prospekte der Betriebsanleitung in Bezug auf Sicherheit und Gesundheitsschutz nicht widersprechen und müssen dieselben Emissionsangaben enthalten, auch wenn ein anderes Team sie übersetzen lässt.
Es gibt eine eng gefasste Ausnahme. Nach Abschnitt 1.7.4 kann die Wartungsanleitung für Fachpersonal, das vom Hersteller oder seinem Bevollmächtigten beauftragt ist, in nur einer Amtssprache der Union abgefasst werden, die dieses Personal versteht. Wartungsanleitungen für die eigenen Techniker des Kunden folgen der allgemeinen Regel.

Digitale Betriebsanleitung und Anspruch auf eine Papierfassung
Die digitale Betriebsanleitung ist die sichtbarste Neuerung und wird am häufigsten als Freibrief missverstanden, nicht mehr übersetzen zu müssen. Nach Artikel 10 Absatz 7 muss der Hersteller bei einer digitalen Anleitung auf der Maschine angeben, wie sie abrufbar ist, oder, falls das nicht möglich ist, auf der Verpackung oder in einem Begleitdokument. Die Nutzer müssen sie ausdrucken, herunterladen und speichern können, damit sie jederzeit verfügbar ist, insbesondere bei einer Störung, auch wenn die Anleitung in die Software der Maschine eingebettet ist. Sie muss während der erwarteten Lebensdauer der Maschine und mindestens 10 Jahre nach dem Inverkehrbringen online zugänglich bleiben.
Zwei Grenzen gelten. Verlangt der Nutzer dies beim Kauf, muss der Hersteller die Betriebsanleitung innerhalb eines Monats kostenlos in Papierform liefern. Und wenn eine Maschine für nichtprofessionelle Nutzer bestimmt ist oder vernünftigerweise von ihnen verwendet werden kann, müssen die für Inbetriebnahme und sicheren Gebrauch wesentlichen Sicherheitsinformationen immer auf Papier mitgeliefert werden.
Nichts davon verringert den Übersetzungsaufwand: Die Sprachregel gilt für die digitale Fassung genauso wie für Papier. Was sich durch die digitale Bereitstellung ändert, ist die Sichtbarkeit. Wenn jede Sprachfassung ein Jahrzehnt lang online steht, liegt eine deutsche Anleitung, die zwei Revisionen hinter der italienischen zurückbleibt, nicht mehr unbemerkt in einer Schublade; jeder kann beide herunterladen und vergleichen.
Unvollständige Maschinen: Montageanleitung und Einbauerklärung
Bei unvollständigen Maschinen, die an Integratoren verkauft werden, etwa ein Fördermodul oder eine Roboterzelle ohne Schutzeinrichtungen, verlagert sich die Sprachlogik vom Nutzer auf denjenigen, der die Ausrüstung einbaut. Nach Artikel 11 Absatz 7 muss einer unvollständigen Maschine die Montageanleitung nach Anhang XI beiliegen, in einer vom betreffenden Mitgliedstaat festgelegten, für die einbauende Person leicht verständlichen Sprache. Die digitale Option gilt auch hier, mit einer Online-Verfügbarkeit von mindestens 10 Jahren und einer kostenlosen Papierfassung innerhalb eines Monats, wenn sie beim Kauf verlangt wird. Anhang XI umfasst die Bedingungen für den korrekten Einbau, vorhersehbare Fehlanwendung, Installation, Standsicherheit, Transport und Wartung und verlangt eine klare Beschreibung der Fassung der Montageanleitung, die dem Modell entspricht.
Die EU-Einbauerklärung folgt Anhang V Teil B und muss nach Artikel 22 Absatz 2 laufend aktualisiert und in die Sprache oder Sprachen übersetzt werden, die der Mitgliedstaat vorschreibt, in dem die Ausrüstung in Verkehr gebracht oder auf dem Markt bereitgestellt wird. Händler müssen beides nach Artikel 16 Absatz 2 prüfen. Da Ihre Montageanleitung zum Ausgangsmaterial für die Betriebsanleitung des Integrators wird, wandert die Terminologie, die Sie heute festlegen, auch in dessen Dokumentation.
Technische Unterlagen und Anfragen von Behörden
Die technischen Unterlagen nach Anhang IV Teil A müssen in der Regel nicht in alle Marktsprachen übersetzt werden. Sie enthalten die Beschreibung der Maschine, die Risikobeurteilung, Zeichnungen, die angewandten Normen, Prüfberichte und ein Exemplar der Betriebsanleitung und müssen nach Artikel 10 Absatz 3 zusammen mit der Erklärung mindestens 10 Jahre lang bereitgehalten werden.
Die Sprachfrage stellt sich, wenn eine Behörde nachfragt. Nach Artikel 10 Absatz 10 muss der Hersteller auf begründetes Verlangen einer zuständigen nationalen Behörde die für den Nachweis der Konformität erforderlichen Unterlagen in einer für diese Behörde leicht verständlichen Sprache vorlegen. Solche Anfragen kommen mit Fristen, meist nachdem etwas schiefgegangen ist, und eine Risikobeurteilung, die nur in der Ausgangssprache existiert, wird dann zur Eilsache.
CE-Kennzeichnung von Maschinen und die Dokumentation dahinter
Die CE-Kennzeichnung ist das sichtbare Ende einer Dokumentationskette. Nach Artikel 10 Absatz 2 erstellt der Hersteller die technischen Unterlagen, führt das Konformitätsbewertungsverfahren durch, stellt die EU-Konformitätserklärung aus und bringt die CE-Kennzeichnung nach Artikel 24 sichtbar, leserlich und dauerhaft an, bevor die Maschine in Verkehr gebracht wird. Der übersetzte Teil dieser Kette besteht meist aus einem Paket von Dateien, die zusammengehören:
- Betriebsanleitung, digital oder auf Papier, dazu Sicherheitsinformationen auf Papier, wenn nichtprofessionelle Nutzer die Maschine verwenden können
- Warnhinweise, Schilder, Kennzeichnungen und Erläuterungen der Piktogramme an der Maschine
- HMI- und Displaytexte, Alarmmeldungen und eingebettete Hilfe
- die Konformitätserklärung oder die Einbauerklärung mit der Montageanleitung
- Kontaktangaben von Hersteller und Einführer sowie der Zugangshinweis zur digitalen Anleitung
- Verkaufsprospekte mit Angaben zu Sicherheit oder Emissionen
Werden diese Dateien als getrennte Aufträge verschiedener Abteilungen behandelt, entsteht eine Erklärung, die ein Modell nennt, eine Anleitung, die ein anderes beschreibt, und ein Display, das ein drittes Wort für den Not-Halt verwendet.
Wer verantwortlich ist: Hersteller, Einführer, Händler und wer Maschinen verändert
Die Hauptpflichten liegen beim Hersteller, doch die Verordnung lässt sie entlang der Lieferkette prüfen. Einführer müssen sicherstellen, dass der Maschine die nach Artikel 10 Absatz 7 erforderliche Anleitung und Informationen beiliegen (Artikel 13 Absatz 4). Händler müssen vor der Bereitstellung prüfen, ob die Maschine die CE-Kennzeichnung trägt und ob ihr die Erklärung sowie eine Anleitung in einer vom betreffenden Mitgliedstaat festgelegten, für die Nutzer leicht verständlichen Sprache beiliegen (Artikel 15 Absatz 2). In der Praxis hält eine fehlende Sprachfassung eine Lieferung eher beim Händler auf, als dass eine Behörde sie entdeckt.
Auch andere können zum Hersteller werden. Nach Artikel 17 gilt das für Einführer oder Händler, die eine Maschine unter eigenem Namen vertreiben oder so verändern, dass die Konformität beeinträchtigt werden kann. Nach Artikel 18 gilt, wer eine wesentliche Veränderung vornimmt, für diese Maschine als Hersteller. Artikel 3 Nummer 16 definiert die wesentliche Veränderung als eine vom Hersteller nicht vorgesehene oder geplante physische oder digitale Veränderung, die die Sicherheit beeinträchtigt, indem sie eine neue Gefährdung schafft oder ein bestehendes Risiko erhöht, und die neue trennende oder nichttrennende Schutzeinrichtungen unter Einbeziehung der Sicherheitssteuerung oder zusätzliche Maßnahmen für Standsicherheit oder mechanische Festigkeit erfordert. Wenn Sie Anlagen für Kunden umbauen oder nachrüsten, können Sie damit für Anleitung, Warnhinweise und Erklärung in der Sprache des Kunden verantwortlich werden.
Sicherheitshinweise: wo Übersetzungsfehler am schwersten wiegen
Die meisten Übersetzungsfehler in einer Anleitung sind ärgerlich. Fehler in Sicherheitsinformationen sind ein Haftungsrisiko. Der Text, der die größte Sorgfalt braucht, ist zugleich der kürzeste: Gefahrenhinweise, bei denen eine fehlende Verneinung eine Anweisung ins Gegenteil verkehrt; Anzugsmomente, Drücke, Temperaturen und Lastgrenzen, bei denen ein Dezimaltrennzeichen oder eine Einheit die Bedeutung ändert; Restrisiken; und die Wörter auf Schildern und Displays, die exakt mit der Anleitung übereinstimmen müssen.
Diese Fehler entstehen meist im Prozess, nicht aus mangelnder Sprachkompetenz: Ein Warnhinweis, der für Anleitung, Schild und HMI getrennt übersetzt wird, kommt in drei Varianten zurück. Abhilfe schaffen ein einziges freigegebenes Glossar, ein Translation Memory, das nur freigegebene Formulierungen wiederverwendet, ein zweiter qualifizierter Fachübersetzer, der Zahlen, Einheiten und Verneinungen gegen den Ausgangstext prüft, und eine erneute Prüfung wiederverwendeter Texte in sicherheitsrelevanten Inhalten.
Maschinelle Übersetzung kann bei umfangreicher, sich wiederholender Dokumentation helfen, vor allem wenn sie auf Ihrem eigenen Glossar und Translation Memory aufsetzt. Für Warnhinweise und Sicherheitsinformationen ist der sichere Weg eine Humanübersetzung oder ein vollständiges Post-Editing maschineller Übersetzungen durch einen qualifizierten technischen Fachübersetzer, gefolgt von einer Revision.
Was sich für Übersetzungsprozesse ändert
Vor allem erhöht die Verordnung den Preis von Inkonsistenz.
Ausgaben werden öffentlich. Mit digitalen Anleitungen, die mindestens zehn Jahre online stehen, und laufend aktualisierten Erklärungen trägt jede Sprachfassung einen Ausgabestand, den jeder prüfen kann. Die Übersetzung muss deshalb vom Änderungsmanagement ausgelöst werden, sodass eine Konstruktionsänderung alle betroffenen Sprachen gemeinsam freigibt.
Das Dokumentationspaket wird zu einem Auftrag. Anleitungen, Schilder, HMI-Texte, Erklärungen und Verkaufsprospekte müssen übereinstimmen, was für eine gemeinsame Terminologie und ein gemeinsames Translation Memory spricht. Unternehmen, die mit mehreren Dienstleistern arbeiten, finden praktische Hinweise im Beitrag zum Übersetzungsmanagement mit mehreren Anbietern und Märkten.
Die Ausgabeformate vervielfachen sich. Druck, herunterladbares PDF und in die Software eingebetteter Text müssen aus derselben übersetzten Quelle stammen. Übersetzungen sind oft länger als der Ausgangstext, und eine kleinere Schrift, damit alles passt, untergräbt genau die Lesbarkeit, die die Verordnung verlangt. Die Textexpansion in den Original-Dateien aus InDesign, FrameMaker oder XML zu lösen, ist Aufgabe des mehrsprachigen DTP.
So bereiten Sie sich bis Januar 2027 vor, Schritt für Schritt
Gelassen durch den Start der neuen Maschinenverordnung 2027 kommen die Hersteller, die ihn als Dokumentationsprojekt mit Termin behandelt haben und nicht als Übersetzungsauftrag, der im Dezember vergeben wird.
Erstellen Sie eine Markt-Sprachen-Matrix. Halten Sie für jeden Mitgliedstaat, in den Sie liefern, die Sprachen für Anleitungen, Sicherheitsinformationen, Kennzeichnungen und Erklärung fest, einschließlich der Länder mit mehreren Amtssprachen. Stimmen Sie die Matrix mit Händlern und Einführern ab und hinterlegen Sie sie in Ihrem Qualitätsmanagementsystem.
Inventarisieren Sie das Dokumentationspaket je Produktfamilie. Listen Sie Anleitungen, Sicherheitsinformationen, Schilder, HMI- und Alarmtexte, Erklärungen, Montageanleitungen und sicherheitsrelevante Verkaufsunterlagen auf, jeweils mit Format und Verantwortlichem. HMI-Strings in einem Software-Repository und Anleitungen in einem Content-Management-System teilen heute selten denselben Prozess. Damit Panel und Anleitung trotzdem übereinstimmen, braucht die Übersetzung von HMI- und Alarmtexten einen gemeinsamen Ablauf mit Glossar und Translation Memory.
Entscheiden Sie Modell für Modell: digital, Papier oder beides. Digitale Anleitungen brauchen einen Zugangshinweis, ein Hosting für mindestens zehn Jahre, druckbare Dateien in jeder Sprache und einen Weg, innerhalb eines Monats eine Papierfassung zu versenden. Entscheiden Sie früh, denn das prägt Layout und Ausgabe.
Legen Sie zuerst die Terminologie fest. Geben Sie die Benennungen für Bauteile, Bedienelemente und Gefährdungen in jeder Sprache frei. Wie Sie dieses Glossar aufbauen und über Übersetzer und Dienstleister hinweg pflegen, zeigt unser Beitrag zur einheitlichen Terminologie durch zentrales Terminologiemanagement.
Lassen Sie Ihr Translation Memory arbeiten und sorgen Sie dafür, dass es Ihnen gehört. Freigegebene Sätze sollten bei jeder Aktualisierung wiederverwendet werden, sodass ein geänderter Warnhinweis einmal übersetzt wird und alles andere wie freigegeben bleibt. Verträge lassen die Eigentumsfrage oft offen. Klären Sie deshalb vor der Unterschrift, dass Ihnen das Translation Memory gehört und Sie es in einem portablen Format erhalten.
Verbinden Sie Übersetzung und Änderungsmanagement. Geben Sie jeder Sprache dieselbe Ausgabekennung und dieselbe Modellbeschreibung wie der Ausgangsfassung, geben Sie alle gemeinsam frei und aktualisieren Sie die Erklärungen so, dass sie für Maschinen, die ab dem 20. Januar 2027 in Verkehr gebracht werden, die Verordnung nennen. Legen Sie auch fest, in welcher Sprache Ihre technischen Unterlagen verfügbar sind, wenn eine Behörde sie anfordert.
Überprüfen Sie Ihre Dienstleister. Fragen Sie, wer jede Übersetzung revidiert, wie Zahlen und Einheiten geprüft werden, ob wiederverwendete Texte erneut geprüft werden und ob Sie Translation Memory und Glossar in portablen Formaten erhalten. Zehn praktische Fragen dazu finden Sie in unserem Leitfaden zur Auswahl eines technischen Übersetzungsbüros.
Maschinen, die zugleich Medizinprodukte sind
Patientenlifter, Sterilisatoren und Operationstische können zugleich Maschinen und Medizinprodukte sein, und bei einer einschlägigen Gefährdung wendet die EU-Medizinprodukteverordnung auch die spezifischeren Anforderungen des Maschinenrechts an. Die medizinische Seite, mit eigenen Kennzeichnungsinhalten und deutlich engeren Grenzen für elektronische Gebrauchsanweisungen, behandeln wir im Leitfaden zur Kennzeichnung von Medizinprodukten nach MDR. Für Anleitungen im EU-Produktrecht allgemein ist unser Beitrag zum Thema Bedienungsanleitung übersetzen eine nützliche Ergänzung.
Wie DEMA Solutions Maschinenhersteller unterstützt
Wir übersetzen seit mehr als 20 Jahren Maschinendokumentation für Hersteller, mit Teams in Italien, Serbien und Spanien. Unsere technischen Übersetzungen folgen einem nach ISO 17100 zertifizierten Prozess, bei dem ein zweiter qualifizierter Fachübersetzer jede Übersetzung revidiert und Terminologie, Zahlen und Einheiten systematisch geprüft werden. In sicherheitsrelevanten Projekten werden auch aus dem Translation Memory übernommene Übersetzungen erneut geprüft.
Wir decken das gesamte oben beschriebene Paket ab: Betriebsanleitungen und Sicherheitsinformationen, Schilder und Kennzeichnungen, HMI-Texte, Konformitäts- und Einbauerklärungen, Montageanleitungen und die Verkaufsunterlagen, die damit übereinstimmen müssen. Glossar und Translation Memory werden zuerst aufgebaut oder bereinigt und bleiben Ihr Eigentum, geliefert in den portablen Formaten TMX und TBX. Unser internes DTP-Team arbeitet in Ihren Originaldateien für Druck und digitale Ausgabe und kann alte PDFs wieder bearbeitbar machen, wenn die Quelldateien verloren sind.
Unsere Seite zu Übersetzungsdiensten für die Fertigungsindustrie zeigt, wie wir ein vollständiges Dokumentationsprogramm begleiten, und die Fallstudie eines Industrieherstellers beschreibt, wie ein italienischer Anlagenhersteller es über einen einzigen gesteuerten Prozess abwickelt.
Die Rolle von TUBE
Für Hersteller, die ihre Dokumentation mit jedem Produktrelease aktualisieren, hält TUBE die Sprache jeder Ausgabe unter Ihrer Kontrolle. Ihr Glossar und Ihr Translation Memory steuern die maschinelle Übersetzung, jede freigegebene Übersetzung fließt in ein Translation Memory, das Ihnen gehört und das Sie exportieren können, und Auswertungen zur Wiederverwendung zeigen, wie viel jeder Aktualisierung aus bereits freigegebenem Text stammt.
Häufige Fragen
Ab dem 20. Januar 2027, wenn die Richtlinie 2006/42/EG aufgehoben wird. Eine Berichtigung von 2023 hat das Datum vom ursprünglich veröffentlichten 14. Januar verschoben. Maschinen, die vor diesem Datum im Einklang mit der Richtlinie in Verkehr gebracht wurden, dürfen weiterhin bereitgestellt werden.
Nein. Sie verlangt eine vom betreffenden Mitgliedstaat festgelegte, für die Nutzer leicht verständliche Sprache. Prüfen Sie die nationale Regel jedes Marktes und halten Sie sie in einer Markt-Sprachen-Matrix fest.
Ja, wenn der Hersteller angibt, wie sie abrufbar ist, sie druckbar, herunterladbar und speicherbar macht und sie während der erwarteten Lebensdauer und mindestens 10 Jahre online hält. Nutzer können beim Kauf dennoch eine kostenlose Papierfassung verlangen, die innerhalb eines Monats zu liefern ist, und wesentliche Sicherheitsinformationen für Maschinen, die nichtprofessionelle Nutzer verwenden können, müssen auf Papier vorliegen.
Dieser Vermerk stammt aus der Richtlinie 2006/42/EG und wird in Anhang III der Verordnung nicht wiederholt. Eine klar gekennzeichnete Ausgangsfassung bleibt gute Praxis, und manche Normen und Kunden erwarten die Vermerke weiterhin, doch die Verordnung stellt in den Mittelpunkt, dass jede Fassung das Produktmodell, auf das sie sich bezieht, klar beschreibt.
Ja, in die Sprache oder Sprachen, die der Mitgliedstaat vorschreibt, in dem die Maschine in Verkehr gebracht, auf dem Markt bereitgestellt oder in Betrieb genommen wird, und sie ist laufend zu aktualisieren. Für die Einbauerklärung gilt derselbe Grundsatz.
In der Regel nicht in jede Sprache. Auf begründetes Verlangen einer zuständigen nationalen Behörde sind die Unterlagen in einer für diese Behörde leicht verständlichen Sprache vorzulegen.
Wer die wesentliche Veränderung vornimmt, gilt für diese Maschine als Hersteller, auch für Betriebsanleitung und Konformitätserklärung. Ausgenommen ist ein nichtprofessioneller Nutzer, der eine Maschine für den eigenen Gebrauch verändert.
Machen Sie Ihre Dokumentation fit für den 20. Januar 2027
Wenn Sie Maschinen in mehrere EU-Märkte liefern, nennen Sie uns die Dokumente und Sprachen, die Sie vorbereiten müssen. Wir prüfen Ihre Betriebsanleitungen, Warnhinweise und Erklärungen anhand der Verordnung und planen Übersetzung und Layout passend zu Ihren Märkten und Ihrem Releasekalender.
Sagen Sie uns, was Sie brauchen, und wir melden uns mit passenden Lösungen bei Ihnen.