Übersetzung mit KI oder durch Menschen? So entscheiden Sie bei technischer Dokumentation, und so setzen wir KI in der Praxis ein
Bei technischer Dokumentation lautet die eigentliche Frage nicht, ob Übersetzung mit KI oder menschliche Übersetzung die bessere Wahl ist. Entscheidend ist, für welche Dokumente KI einen Entwurf liefern darf, unter welchen Kontrollen das geschieht und wer für das Ergebnis geradesteht. Bei DEMA Solutions beschleunigt KI die Analyse, die ersten Entwürfe und die Prüfungen. Übersetzt, revidiert und freigegeben wird jede Lieferung jedoch von qualifizierten Fachübersetzerinnen und Fachübersetzern. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie diese Entscheidung für Ihre eigenen Inhalte treffen.

Für wen dieser Leitfaden gedacht ist
Der Beitrag richtet sich an alle, die im Unternehmen Rede und Antwort stehen müssen, wenn jemand fragt, warum man Handbücher nicht einfach durch eine KI schicken kann: Leiterinnen und Leiter der Technischen Dokumentation, Technische Redakteure, Lokalisierungsverantwortliche sowie Einkaufs- und Qualitätsleiter, die Übersetzungsbudgets freigeben. Die meisten von ihnen arbeiten bei Maschinen- und Anlagenbauern, deren Betriebs-, Installations- und Wartungsanleitungen, Ersatzteilkataloge, HMI-Texte und Sicherheitshinweise in ein Dutzend Sprachen und mehr gehen.
Der Druck kommt dabei meist von zwei Seiten gleichzeitig. Die Budgets sind knapp, und KI scheint nichts zu kosten. Zugleich gilt ab dem 20. Januar 2027 die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230, die keinen Zweifel daran lässt, wer für die Anleitungen verantwortlich ist, die das Werk verlassen.
Was wir unter KI in der Übersetzung verstehen
Hinter dem, was heute als KI Übersetzung bezeichnet wird, stehen im Wesentlichen zwei Technologien, und sie verhalten sich unterschiedlich.
Neuronale maschinelle Übersetzung ist die Technik, auf der die maschinelle Übersetzung schon seit einigen Jahren beruht. Sie ist gezielt darauf trainiert, Satz für Satz zu übersetzen, arbeitet schnell und berechenbar und lässt sich so einrichten, dass sie ein Glossar beachtet und ein vorhandenes Translation Memory nutzt. Ihre Schwächen sind bekannt: Sie überträgt, was sie vor sich hat, Satz für Satz, ohne den umgebenden Text wirklich zu erfassen.
Übersetzung mit großen Sprachmodellen (LLM) nutzt dieselben universellen Systeme, die auch hinter KI-Chatassistenten stehen. Sie berücksichtigen mehr Kontext, setzen Vorgaben zu Stil und Zielgruppe um und liefern oft Text, der natürlicher klingt. Gleichzeitig sind sie weniger vorhersehbar. Derselbe Ausgangstext kann bei jedem Durchlauf ein anderes Ergebnis liefern. Und weil das Modell auf flüssige Formulierungen ausgelegt ist, kann es ein Problem im Ausgangstext glätten, statt es wiederzugeben, oder etwas ergänzen, das nie dort stand.
Für einen Hersteller ist die Unterscheidung weniger wichtig als das, was die Engine umgibt. Die meisten Online-Angebote zur KI-Übersetzung von Dokumenten sind eine nackte Engine ohne Glossar, ohne Translation Memory und ohne Prüfung. Arbeitet dieselbe Engine in einem kontrollierten Prozess, mit Ihrer freigegebenen Terminologie und gefolgt von einer qualifizierten Fachkraft, ist das etwas grundlegend anderes.
Was KI gut kann und wo sie bei technischen Inhalten versagt
Bei geeigneten Inhalten leistet KI tatsächlich gute Arbeit. Sie bewältigt große Mengen einfacher, sich wiederholender Texte in kurzer Zeit, formuliert in den großen europäischen Sprachen grammatisch korrekt und hilft sehr, wenn Sie ein Dokument verstehen wollen, das Sie sonst nicht lesen könnten. Für interne Inhalte oder Servicenotizen kann das genügen.
Technische Dokumentation ist eine härtere Probe, denn die folgenschweren Fehler sind nicht die, die beim flüchtigen Lesen auffallen. Die folgenden Fehlermuster begegnen Prüfern am häufigsten.
Abweichende Terminologie. Ein Bauteil, das in Kapitel 2 „Endschalter“ heißt, wird in Kapitel 7 zum „Endlagensensor“ und auf dem HMI-Bildschirm wieder zu etwas anderem. Jede Variante für sich ist plausibel. Zusammen verwirren sie den Techniker, der Anleitung und Maschine abgleichen muss, und sie machen jahrelange Terminologiearbeit zunichte. Das ist das häufigste Problem unkontrollierter KI-Ausgaben und der Grund, warum es für einheitliche Fachterminologie über alle Übersetzer und Lieferanten hinweg ein freigegebenes Glossar braucht und nicht bloß gute Vorsätze.
Zahlen, Einheiten und Verweise. Anzugsmomente, Toleranzen, Drücke, Teilenummern und Abbildungsverweise müssen unverändert ankommen. KI-Engines formatieren gelegentlich Dezimalzahlen um, rechnen Einheiten um oder runden sie, lassen eine Ziffer weg oder nummerieren einen Arbeitsschritt neu. Wer auf Sprachfluss achtet, bemerkt das kaum. Der Servicetechniker, der ein Überdruckventil einstellt, sehr wohl.
Auslassungen. Aus einem langen Satz mit drei Bedingungen werden zwei. Eine Tabellenzelle fehlt. Ein Hinweis, der auf eine Warnung folgt, verschwindet. Flüssiger Text verbirgt fehlende Inhalte gut, und genau das macht ihn gefährlich.
Geglättete oder erfundene Inhalte. Ist der Ausgangstext mehrdeutig oder schlecht geschrieben, stellt eine menschliche Übersetzerin eine Rückfrage. Ein Sprachmodell rät eher und liefert einen selbstsicheren Satz, der die Mehrdeutigkeit in eine Richtung auflöst, womöglich in die falsche. Es kann auch eine Erläuterung hinzufügen, die hilfreich klingt, im Ausgangstext aber keine Grundlage hat.
Verneinung und Modalität in Warnhinweisen. „Den Schaltschrank nur öffnen, wenn der Hauptschalter gesichert ist“ und „Den Schaltschrank öffnen, wenn der Hauptschalter gesichert ist“ sind nicht dieselbe Anweisung. Ebenso wenig sind es „muss“, „sollte“ und „darf“. KI-Engines verlieren gelegentlich eine Verneinung oder schwächen eine Pflicht ab, und in einem Sicherheitshinweis ist das der schwerste Fehler, den eine Übersetzung enthalten kann.
Uneinheitliche Ergebnisse zwischen Durchläufen. Übersetzen Sie dasselbe Kapitel zweimal, erhalten Sie unter Umständen zwei verschiedene Fassungen. Bei Dokumentation, die alle paar Monate aktualisiert wird, können sich so unveränderte Sätze in der Zielsprache grundlos ändern. Das bringt Ihr Translation Memory durcheinander, treibt den Prüfaufwand in die Höhe und lässt jede Revision größer erscheinen, als sie ist.
Daraus folgt nicht, dass KI tabu wäre. Es folgt, dass KI-Ausgaben bei technischen Inhalten ein Entwurf sind und die Qualität des fertigen Texts von den Kontrollen rundherum und von der Person abhängt, die ihn überarbeitet.
Wo KI entlang der Dokumentationskette hilft
Die Übersetzung ist nur ein Abschnitt im Lebenszyklus einer Anleitung, und nach unserer Erfahrung bringt KI rund um die Übersetzung oft ebenso viel wie in ihr.
Vor der Übersetzung hilft KI bei der Analyse eingehender Dateien: Sie erkennt strukturelle Probleme in Word-, InDesign- oder XML-Quellen und schätzt Umfang und Risiko ab, damit ein Projekt gleich beim ersten Mal richtig aufgesetzt wird. Sie kann aus der Dokumentation eines neuen Produkts Kandidaten für Fachbegriffe ziehen, die Ihre Ingenieure vor Übersetzungsbeginn freigeben, und zwei Versionen einer Ausgangsanleitung vergleichen, um zusammenzufassen, was sich tatsächlich geändert hat.
Während der Übersetzung kann maschinelle Übersetzung, die auf Ihr freigegebenes Glossar und Ihr Translation Memory zugreift, für geeignete Inhalte einen ersten Entwurf erstellen, den eine qualifizierte Fachkraft anschließend im Post-Editing bearbeitet. Wann dieser Weg trägt und wann nicht, erläutern wir ausführlich in unserem Leitfaden zum Post-Editing technischer Dokumentation.
Nach der Übersetzung unterstützt KI die Qualitätssicherung: automatische Prüfungen auf Konsistenz und Formatierung, Hinweise auf mögliche Terminologiekonflikte und Mustererkennung in großen Textmengen, die niemand in der verfügbaren Zeit Zeile für Zeile lesen könnte. Diese Prüfungen liefern Stellen, die sich ein Mensch ansehen sollte. Ob eine Übersetzung korrekt ist, entscheiden sie nicht.
Über alle Schritte hinweg gilt ein Grundsatz. KI kann vorbereiten, vorschlagen und markieren. Menschen entscheiden, geben frei und bleiben verantwortlich.
Vertraulichkeit: warum öffentliche KI-Dienste für unveröffentlichte Dokumentation ein Risiko sind
Der schnellste Weg zu einem Problem mit KI-Übersetzung hat mit Qualität nichts zu tun. Es ist der Ingenieur, der die Serviceanleitung eines noch nicht eingeführten Produkts in eine kostenlose, öffentliche KI-Website kopiert.
Je nach Dienst und Nutzungsbedingungen können Texte, die in öffentliche Angebote eingegeben werden, gespeichert, protokolliert oder zur Verbesserung der Modelle des Anbieters verwendet werden, und sie entziehen sich Ihrer Kontrolle in dem Moment, in dem Sie sie absenden. Bei technischer Dokumentation betrifft das unveröffentlichte Konstruktionen, Leistungsdaten, Verfahren, die verraten, wie eine Maschine aufgebaut ist, und in Serviceberichten mitunter personenbezogene Daten.
Eine vernünftige Richtlinie regelt drei Punkte. Vertrauliche und unveröffentlichte Dokumentation wird niemals in öffentliche KI-Dienste eingegeben. Jede KI, die solche Inhalte verarbeitet, läuft in einer Umgebung, deren Bedingungen zu Speicherung, Aufbewahrung und Training Ihre Rechtsabteilung akzeptiert hat. Und Ihre Übersetzungsdienstleister sind einschließlich ihrer Unterauftragnehmer schriftlich an dieselben Regeln gebunden. Die entscheidende Frage lautet nicht „Nutzen Sie KI?“, sondern „Wohin geht mein Text, und wird er für etwas anderes verwendet?“ Besondere Sorgfalt verlangen Verträge: Wer einen Vertragsentwurf in ein kostenloses Online-Angebot kopiert, kann damit genau die Geheimhaltungsvereinbarung verletzen, die gerade übersetzt wird, wie wir im Beitrag darüber zeigen, wie Sie einen Vertrag sicher übersetzen lassen.
Die Verantwortung geht nicht auf die Maschine über
Das Recht ist in einem Punkt eindeutig, der in Kostendiskussionen leicht untergeht: Der Hersteller ist für die Anleitungen verantwortlich, die seinen Produkten beiliegen, ganz gleich, mit welchem Werkzeug die Übersetzung entstanden ist.
Nach der Maschinenverordnung (EU) 2023/1230, die ab dem 20. Januar 2027 gilt, müssen Maschinen eine Betriebsanleitung und Sicherheitsinformationen in einer für die Nutzer leicht verständlichen Sprache mitführen, die der Mitgliedstaat festlegt, in dem die Maschine bereitgestellt wird. Die Verordnung erlaubt außerdem, Anleitungen in digitaler Form bereitzustellen, wodurch jede Sprachfassung leicht auffindbar und leicht vergleichbar wird. Ein übersetzter Warnhinweis, der ein Verbot abschwächt, oder ein Wartungsschritt mit falschem Wert ist ein Mangel in der Anleitung des Produkts, und „die KI hat das übersetzt“ ist kein Einwand, den eine Marktüberwachungsbehörde oder ein Gericht gelten lässt.
Dieselbe Logik gilt nach anderen Produktvorschriften. Welche allgemeinen Anforderungen das EU-Produktrecht an Anleitungen stellt, erläutert unser Beitrag dazu, wie Sie eine Bedienungsanleitung nach EU-Vorgaben übersetzen. Die praktische Folge ist einfach: Wer auch immer Ihre sicherheitsrelevanten Inhalte übersetzt und auf welchem Weg, Prüfung und Freigabe muss jemand übernehmen, der qualifiziert ist, dafür die Verantwortung zu tragen.
Glossar und Translation Memory: was KI-Ergebnisse brauchbar macht
Die meisten der oben beschriebenen Fehler haben dieselbe Ursache: Die Engine kennt weder Ihre Terminologie noch Ihre bereits freigegebenen Texte. Beheben Sie das, und die Übersetzung mit KI liefert bei geeigneten Inhalten deutlich nützlichere Ergebnisse.
Ein freigegebenes mehrsprachiges Glossar legt für Engine und Fachübersetzer fest, welcher Begriff für jedes Bauteil und jede Tätigkeit in jeder Sprache gilt. Ein Translation Memory enthält jeden Satz, den Sie bereits freigegeben haben, sodass unveränderter Text exakt wiederverwendet und nicht jedes Mal anders neu übersetzt wird. Sind beide vorhanden, beginnt das Post-Editing mit einem Entwurf, der schon Ihre Begriffe verwendet.
Damit das auf Dauer funktioniert, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein. Glossar und Translation Memory müssen von Ihren eigenen Fachleuten freigegeben werden, idealerweise einmal, und anschließend aktuell bleiben. Und sie müssen Ihnen gehören. Ein Translation Memory, das im System eines einzelnen Lieferanten feststeckt, kann keine andere Engine steuern und zieht nicht mit Ihnen um, wenn Sie den Lieferanten wechseln. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Ihr Translation Memory Ihnen gehört, sobald KI Teil des Prozesses ist.
Übersetzung mit KI oder durch Menschen: Entscheidung nach Dokumenttyp
Sinnvoll ist die Frage, wie viel menschliche Arbeit jedes Dokument zusätzlich zur KI braucht. Betrachten Sie dafür zwei Faktoren gemeinsam: die Folgen eines Fehlers und den Grad an Kontrolle über den Inhalt.
Warnhinweise, Betriebsanleitungen, Konformitätserklärungen und regulatorische Inhalte. Hier haben Fehler die schwersten Folgen, und die Verantwortung ist am sichtbarsten. Der sichere Weg ist eine Humanübersetzung durch eine Fachkraft oder ein vollständiges Post-Editing durch einen spezialisierten Fachübersetzer auf Basis eines kontrollierten Entwurfs, jeweils mit anschließender Revision durch eine zweite qualifizierte Fachkraft. Unbearbeitete KI-Ausgaben dürfen hier niemals veröffentlicht werden.
Betriebs-, Installations- und Wartungsanleitungen. Der Großteil des Texts beschreibt Abläufe und wiederholt sich oft, was zu einem kontrollierten Entwurf passt. Gleichzeitig stehen in diesen Dokumenten die Warnungen, Werte und Schritte, auf die es am meisten ankommt. Vollständiges Post-Editing mit Glossar- und Memory-Kontrolle plus Revision ist das realistische Minimum.
HMI-Texte und Firmware-Strings. Kurze Strings mit wenig Kontext und strengen Längenbegrenzungen sind das Feld, auf dem KI am schwächsten ist: Ein Etikett aus zwei Wörtern gibt der Engine fast nichts an die Hand. Hier braucht es eine Fachkraft, die die Oberfläche oder zumindest eine Referenz sehen kann, und die Übereinstimmung mit der Anleitung zählt mehr als Tempo. Screenshots und Kommentare zu den Strings mitzuliefern, gehört zu den Schritten, die wir für den Ablauf der Softwarelokalisierung beschreiben, und das gilt für Maschinenoberflächen ebenso wie für Apps.
Ersatzteilkataloge. Stark wiederholte Beschreibungen mit kleinem Wortschatz. Mit einem guten Translation Memory und Glossar funktionieren ein kontrollierter Entwurf und ein gezieltes Post-Editing gut.
Interne Dokumente und Servicenotizen. Hier lässt sich KI oft mit leichter Prüfung einsetzen, vorausgesetzt, der Inhalt ist nicht vertraulich und niemand außerhalb des Unternehmens verlässt sich darauf. Für automatische Videountertitel gilt dieselbe Regel, und wann ein geprüfter Entwurf unverzichtbar wird, zeigt unser Beitrag dazu, wie Sie ein Video übersetzen lassen und KI-Untertitel einordnen.
Schulungs- und Marketingmaterial. KI-Entwürfe klingen hier meist austauschbar. Eine Fachkraft, die für die jeweilige Zielgruppe schreibt, bringt in der Regel mehr.
Unabhängig von der Kategorie gelten zwei Regeln: Inhalte für Laien oder Bediener, die danach handeln, brauchen eine menschliche Prüfung, und alles, was unter Ihrem Firmennamen veröffentlicht wird, braucht eine Person, die es freigegeben hat.
Diese Fragen sollten Sie einem Lieferanten zum KI-Einsatz stellen
Viele Übersetzungsdienstleister setzen inzwischen irgendwo in ihrem Prozess KI ein, manche, ohne es zu sagen. Fragen Sie deshalb direkt nach, bevor Sie einen Auftrag vergeben oder einen Vertrag verlängern. An diesen Fragen erkennen Sie, ob ein Prozess kontrolliert oder nur billig ist:
- Welche meiner Dokumente würden Sie mit maschineller Übersetzung oder KI bearbeiten, und nach welchen Kriterien entscheiden Sie das?
- Greift die Engine auf mein Glossar und mein Translation Memory zu, und fließt jede freigegebene Übersetzung in ein Translation Memory, das mir gehört?
- Wo wird mein Text verarbeitet, wird er gespeichert oder zum Training eines Modells verwendet, und gilt das auch für Ihre Unterauftragnehmer?
- Wer bearbeitet die KI-Ausgabe im Post-Editing, welche Qualifikation hat diese Person, und revidiert eine zweite Fachkraft das Ergebnis?
- Wie prüfen Sie Zahlen, Einheiten, Verneinungen und Auslassungen, die flüssiger Text verbergen kann?
- Wie schlägt sich der KI-Einsatz im Preis nieder, und kann ich sehen, welcher Anteil jedes Auftrags aus Wiederverwendung stammt?
Gute Lieferanten beantworten diese Fragen ohne Zögern und schriftlich. Weitere Kriterien finden Sie in unserem Beitrag dazu, wie Sie ein technisches Übersetzungsbüro auswählen, und wie Sie die Antworten auf die Probe stellen, erklären wir im Beitrag zur Qualitätsprüfung eines Lieferanten vor der Beauftragung.
KI sicher einführen: Schritt für Schritt
Unternehmen, die aus KI-Übersetzung echten Nutzen ziehen, schalten sie selten auf einen Schlag überall ein. Sie führen sie so ein, wie sie jede Änderung an einem kontrollierten Dokumentationsprozess einführen würden.
Am Anfang steht eine Bestandsaufnahme der Inhalte. Erfassen Sie die Dokumenttypen, die Sie übersetzen lassen, die Sprachen, die Volumen und wie oft sich jedes Dokument ändert, und kennzeichnen Sie, welche Inhalte vertraulich, welche sicherheitsrelevant und welche intern sind. Schon diese Übersicht zeigt meist, wo KI helfen kann und wo sie nichts zu suchen hat.
Bringen Sie als Nächstes Ihre sprachlichen Ressourcen in Ordnung. Sammeln Sie vorhandene Translation Memorys, auch wenn sie bei mehreren Lieferanten liegen, und erstellen oder bereinigen Sie ein Glossar der wichtigsten Begriffe, freigegeben von Ihren Ingenieuren. Verteilt sich Ihre Dokumentation auf mehrere Lieferanten, ist die Arbeit, die wir zum Übersetzungsmanagement mit mehreren Anbietern und Märkten beschreiben, ein sinnvoller erster Schritt, denn KI verstärkt jede Uneinheitlichkeit, die bereits vorhanden ist.
Formulieren Sie dann eine kurze KI-Richtlinie für die Dokumentation: welche Inhalte von welcher Art KI verarbeitet werden dürfen und welche nicht, wohin Daten gehen dürfen und wer freigibt. Geben Sie diese Richtlinie jedem Lieferanten.
Starten Sie ein Pilotprojekt mit einem geeigneten Dokumenttyp, typischerweise einer Anleitung mit vielen Wiederholungen oder einem Ersatzteilkatalog, in zwei oder drei Sprachen. Vergleichen Sie das Ergebnis mit Ihrer üblichen Übersetzung hinsichtlich Terminologie, Zahlen, Warnhinweisen, Konsistenz und Prüfaufwand, und beziehen Sie diejenigen ein, die damit arbeiten werden, etwa Servicetechniker oder Tochtergesellschaften, die Übersetzungen ohnehin noch einmal prüfen.
Weiten Sie den Einsatz zum Schluss schrittweise aus. Nehmen Sie Dokumenttypen hinzu, bei denen der Pilot gezeigt hat, dass KI hilft, bleiben Sie bei Humanübersetzung, wo das nicht der Fall war, und sorgen Sie dafür, dass jede freigegebene Übersetzung in Ihr Translation Memory zurückfließt, damit jede neue Entwurfsrunde auf einer besseren Grundlage beginnt.
Wie DEMA Solutions KI in der Praxis einsetzt
Wir setzen KI dort ein, wo sie die Arbeit voranbringt, und nie dort, wo sie einem Menschen die Verantwortung abnehmen würde. Wie stark sie zum Einsatz kommt, hängt von der Art des Inhalts, dem Risiko und den Vorgaben des Kunden ab. Automatisch geschieht das nie.
Als wir unsere internen Teams nach ihrer Arbeitsweise gefragt haben, gaben fünf von sieben Befragten an, KI täglich oder mehrmals pro Woche zu nutzen, und beschrieben sie als unverzichtbar für Tempo, Skalierung und das Herausfiltern von Problemen bei großen Volumen. Ebenso viele sagten, dass menschliche Kontrolle eine Grundvoraussetzung bleibt, und die Teams berichteten auch, dass unkontrollierter KI-Einsatz die Qualität senkt. Deshalb sind Regeln genauso wichtig wie Werkzeuge.
Konkret unterstützt KI unser Technikteam dabei, Dateien und Formate vorab zu analysieren und strukturelle Probleme vor der Produktion zu erkennen. Projektmanager nutzen sie, um Umfang und Risiko vorab einzuschätzen und Widersprüche zwischen Ausgangsdateien, Materialien und Anweisungen aufzuzeigen. Unser Qualitätsteam setzt sie für automatische Konsistenz- und Formatprüfungen, Hinweise auf Terminologiekonflikte und Mustererkennung in großen Textmengen ein. Unser Vendor Management prüft damit eingehende Materialien auf Vollständigkeit und hält Briefings einheitlich, und bei Barrierefreiheitsprüfungen macht KI frühzeitig auf mögliche Risiken in den Ausgangsdateien aufmerksam.
Ebenso klar ist, was KI nie tut. Sie trifft keine endgültigen Übersetzungsentscheidungen, gibt weder Terminologie noch Qualität frei, übernimmt keine regulatorischen oder Compliance-Entscheidungen und gibt keine Lieferung frei. Menschen behalten in jeder Phase die Kontrolle: bei der Projekteinrichtung und der Auswahl der Ressourcen, der Validierung der Terminologie, der Übersetzung oder dem Post-Editing, der Prüfung und Qualitätssicherung, der Freigabe der Endlieferung und der Einarbeitung von Kundenfeedback. Jede Endlieferung wird von einem Menschen freigegeben.
Unsere Schutzmaßnahmen sind praktischer Natur: klare interne Nutzungsrichtlinien, zentral gepflegte Translation Memorys und Terminologie, kundenspezifische Regeln und Ausnahmen, Transparenz darüber, welche Werkzeuge zum Einsatz kommen, und fortlaufende Schulungen der Teams. Die Grundlage bildet ein nach ISO 17100 zertifizierter Prozess, in dem eine zweite qualifizierte Fachkraft jede Übersetzung revidiert, wie auf unserer Qualitätsseite beschrieben. In sensiblen Projekten werden aus dem Translation Memory übernommene Übersetzungen erneut geprüft, statt sie zu übernehmen, nur weil sie vertraut wirken. Ihre Glossare und Translation Memorys gehören Ihnen und werden in portablen Formaten (TMX und TBX) geliefert, unser hauseigenes DTP-Team liefert die Dateien im Originallayout zurück, und unsere Teams in Italien, Serbien und Spanien arbeiten nach denselben Regeln.
Passt ein KI-Entwurf zu Ihren Inhalten, verbindet unser Post-Editing maschineller Übersetzungen einen kontrollierten Entwurf mit vollständiger Revision durch spezialisierte Fachübersetzer. Passt er nicht, decken unsere technischen Übersetzungen dieselben Dokumente von Anfang an mit Humanübersetzung ab.
Wo TUBE ins Spiel kommt
Wer KI nutzen möchte, aber nicht dem Zufall eines allgemeinen Sprachmodells überlassen will, wie die eigenen Produkte heißen, findet in der Lösung TUBE einen anderen Ansatz. Die Maschine arbeitet hier nicht frei, sondern innerhalb Ihrer Vorgaben: Glossar und Translation Memory geben ihr die Begriffe und Sätze vor, die Sie bereits freigegeben haben. Was Ihre Fachleute bestätigen, landet in einem Speicher, der Ihr Eigentum bleibt und sich jederzeit exportieren lässt. Und bei jeder neuen Version sehen Sie in einer Auswertung, wie groß der Anteil ist, der aus wiederverwendetem Text stammt.
Häufige Fragen
Für manche Inhalte als erster Entwurf, ja. Unbearbeitete Ergebnisse enthalten regelmäßig uneinheitliche Terminologie, veränderte Zahlen, Auslassungen und abgeschwächte Warnhinweise, die beim flüssigen Lesen nicht auffallen. Für alles, worauf sich Kunden, Bediener oder Behörden verlassen, sollte die KI-Ausgabe von einer qualifizierten Fachkraft im Post-Editing bearbeitet und von einer zweiten revidiert werden.
Neuronale Übersetzungsengines sind gezielt auf das Übersetzen trainiert, arbeiten schnell und berechenbar und lassen sich leicht an ein Glossar binden. Große Sprachmodelle berücksichtigen mehr Kontext und klingen oft natürlicher, können aber von Durchlauf zu Durchlauf abweichen und neigen eher dazu, Inhalte zu glätten oder hinzuzufügen. Beide brauchen dieselben Kontrollen.
Nicht, wenn sie vertraulich oder noch unveröffentlicht sind. Je nach Nutzungsbedingungen des Dienstes können eingegebene Texte gespeichert oder zur Verbesserung der Modelle des Anbieters verwendet werden. Nutzen Sie nur Umgebungen, deren Bedingungen zum Umgang mit Daten Ihre Rechtsabteilung genehmigt hat, und verlangen Sie dasselbe von Ihren Lieferanten.
Der Hersteller. Nach der Maschinenverordnung (EU) 2023/1230, die ab dem 20. Januar 2027 gilt, und nach anderen EU-Produktvorschriften stellt der Hersteller die Anleitungen und Sicherheitsinformationen bereit und ist dafür verantwortlich, gleich mit welchem Werkzeug die Übersetzung erstellt wurde.
Bei geeigneten, sich wiederholenden Inhalten kann sie den Aufwand senken, vor allem in Verbindung mit einem gut gepflegten Translation Memory. Bei komplexen oder sicherheitskritischen Inhalten fällt die Ersparnis geringer aus, weil sorgfältiges Post-Editing und Revision Zeit kosten. Fragen Sie nach Preisen, die die Wiederverwendung gesondert ausweisen, und nicht nur nach einem niedrigeren Wortpreis.
Geben Sie ihr ein freigegebenes Glossar und ein Translation Memory als Arbeitsgrundlage, halten Sie beides aktuell und lassen Sie bei jedem Post-Editing die Terminologie von einer Fachkraft prüfen. Ohne diese Grundlagen ist abweichende Terminologie so gut wie sicher.
Sprechen Sie mit uns, bevor Sie KI einschalten
Wenn Sie gerade entscheiden, wie weit KI bei der Übersetzung Ihrer Anleitungen, Kataloge oder HMI-Texte gehen soll, nennen Sie uns die Dokumente und Sprachen, die Sie planen. Wir sehen uns Ihre Inhalte an und schlagen vor, wo ein KI-Entwurf sicher ist, wo es Humanübersetzung braucht und wie Ihre Terminologie in beiden Fällen unter Kontrolle bleibt.
Sagen Sie uns, was Sie brauchen, und wir melden uns mit passenden Lösungen bei Ihnen.