Post-Editing maschineller Übersetzungen: Wann genügt es für technische Dokumentation?

Post-Editing maschineller Übersetzungen genügt für technische Dokumentation, wenn der Inhalt wiederholungsreich ist, die Terminologie feststeht und ein qualifizierter Linguist jeden Satz vor der Freigabe mit dem Ausgangstext abgleicht. Für Sicherheitshinweise, unklare Ausgangstexte oder neue Terminologie reicht es allein nicht. DEMA Solutions legt die Stufe des Post-Editing pro Dokumentart fest, nicht pro Projekt, weil das Risiko von Dokument zu Dokument verschieden ist.

Two colleagues reviewing a translation on a laptop

Für wen dieser Leitfaden ist

Dieser Beitrag richtet sich an alle, die entscheiden, wie Dokumentation übersetzt wird: Leiter technische Dokumentation und Lokalisierung, technische Redakteure sowie Einkaufs- und Qualitätsverantwortliche, die das Budget freigeben, bei Herstellern von Klima- und Lüftungstechnik, Hebe- und Fördertechnik, Verpackungs- und Prozessmaschinen, Automatisierung oder Bahntechnik. Sie betreuen Betriebsanleitungen, Ersatzteilkataloge, HMI-Texte und technische Unterlagen für die CE-Kennzeichnung in mehreren Sprachen.

Die Frage lautet selten „Sollen wir maschinelle Übersetzung einsetzen?“. Meist hat ein Dienstleister sie längst angeboten. Die eigentlichen Fragen sind andere: Welche Dokumente dürfen gefahrlos mit einem maschinellen Entwurf beginnen? Welche Stufe des Post-Editing steht im Angebot? Wie viel wird wirklich gespart? Was passiert mit vertraulichen Inhalten? Und wie testen Sie das Ganze, ohne eine Markteinführung zu gefährden?

Was ist Post-Editing, genau betrachtet?

Wer fragt, was ist Post-Editing, bekommt oft eine zu kurze Antwort. Post-Editing ist ein Ablauf in zwei Schritten: Eine Engine erzeugt aus dem Ausgangstext einen ersten Entwurf, und ein qualifizierter Linguist liest danach jeden Satz dieses Entwurfs gegen den Ausgangstext und korrigiert ihn, bis er einem vereinbarten Standard entspricht. Verantwortlich für das Ergebnis ist der Linguist, nicht die Engine.

Genau hier beginnt die Verwirrung. Rohe maschinelle Übersetzung ist die Ausgabe der Engine, ohne dass jemand sie prüft; Post-Editing schließt immer einen Menschen ein, der Ausgangs- und Zieltext vergleicht. Manche Angebote verwenden das Etikett für ein schnelles Überfliegen oder für ein einsprachiges Glätten ohne Blick in den Ausgangstext. Ein einsprachiger Leser kann einen Satz richtig klingen lassen; nur ein zweisprachiger Post-Editor erkennt, dass er etwas Falsches sagt. Fragen Sie deshalb immer, ob der Post-Editor mit dem Ausgangstext arbeitet.

Die internationale Norm für Post-Editing, ISO 18587, legt Anforderungen an den Prozess des vollständigen Post-Editing maschineller Ausgaben und an die Kompetenzen der Post-Editoren fest. Sie beschreibt das vollständige Post-Editing als Verfahren, dessen Ergebnis mit einer Humanübersetzung vergleichbar ist, und behandelt das leichte Post-Editing, das nur auf einen verständlichen Text zielt, als eigene Leistung außerhalb ihrer Kernanforderungen. Diese Unterscheidung ist der Ausgangspunkt jeder vernünftigen Entscheidung über Post-Editing.

Vier Optionen, nicht zwei

Die eigentliche Wahl besteht zwischen vier Stufen menschlicher Beteiligung, und die sinnvolle Entscheidung lautet: Welche Stufe verdient welches Dokument?

Rohe maschinelle Übersetzung. Schnell und fast kostenlos, aber niemand steht für das Ergebnis ein. Akzeptabel, um ein eingehendes Dokument intern zu verstehen, niemals für Texte, die Kunden, Servicetechniker oder Behörden lesen.

Light Post-Editing. Ein Linguist korrigiert, was falsch oder unverständlich ist, ohne an Stil oder Einheitlichkeit zu arbeiten. Geeignet für interne, kurzlebige Dokumente.

Full Post-Editing. Ein Linguist bringt den Text auf das Niveau einer Humanübersetzung. Das ist die Mindeststufe für technische Dokumentation, die Ihre Kunden erreicht.

Humanübersetzung mit Revision. Ein Linguist übersetzt aus dem Ausgangstext und nutzt dabei Ihr Translation Memory und Ihr Glossar, ein zweiter qualifizierter Linguist revidiert das Ergebnis. Der richtige Weg, wenn die Korrektur eines maschinellen Entwurfs mehr kostet, als sie spart, oder wenn ein plausibler Fehler zu riskant wäre.

Der Fehler liegt darin, eine einzige Option für alles zu wählen. Ein Dienstleister, der für Ihren gesamten Dokumentationsbestand einen einzigen Weg vorschlägt, hat ihn sich nicht angesehen.

Professional working at a desk with monitor and laptop

Wie maschinelle Ausgaben bei technischen Inhalten scheitern

Moderne Engines liefern flüssigen Text, und genau das ist das Problem. In technischer Dokumentation sind die folgenreichen Fehler oft jene, die sich gut lesen. Ein Post-Editor, der weiß, wo er suchen muss, findet sie; wer nur auf den Stil achtet, findet sie nicht.

Die Terminologie wandert. Eine Engine weiß nicht, dass Ihr Unternehmen ein Bauteil „Ablassventil“ nennt und niemals „Entlastungsventil“ oder „Auslassventil“. Sie wählt, was statistisch wahrscheinlich ist, und wählt in Kapitel drei womöglich anders als in Kapitel sieben. Im Ersatzteilkatalog bedeutet das: Der Techniker kann die Anleitung nicht mehr der Teileliste zuordnen. Trifft die Engine auf einen Begriff, der gar nicht in Ihrem Glossar steht, erfindet sie eine Übersetzung, die völlig vernünftig aussieht.

Zahlen und Einheiten ändern sich unbemerkt. Dezimaltrennzeichen werden vertauscht, Tausendertrennzeichen tauchen auf oder verschwinden, Einheiten werden umgerechnet oder anders abgekürzt, und Bereiche wie „10 bis 15 Nm“ verlieren eine ihrer Zahlen. Toleranzen, Anzugsmomente, Drücke und Temperaturen sind genau die Angaben, nach denen ein Techniker handelt, ohne sie zu hinterfragen. Deshalb brauchen sie eine systematische Prüfung und nicht nur ein Durchlesen.

Verneinungen und Modalverben kippen. Sicherheitshinweise hängen an kleinen Wörtern. „Abdeckung nicht öffnen, bevor die Maschine stillsteht“ und „Abdeckung öffnen, bevor die Maschine stillsteht“ unterscheiden sich um ein Wort, und Engines lassen es gelegentlich fallen, vor allem in langen Sätzen oder bei ungewöhnlichen Konstruktionen im Ausgangstext. „Muss“, „sollte“ und „darf“ tragen unterschiedliche Verpflichtungen, und ein Entwurf, der aus einer Pflicht eine Empfehlung macht, verändert, was dem Anwender gesagt wird.

Tags, Variablen und Platzhalter gehen kaputt. Anleitungen aus einem Redaktionssystem oder aus DITA-Quellen, InDesign-Dateien und HMI-Ressourcendateien enthalten Tags, Querverweise und Variablen. Engines können sie verschieben, zusammenlegen oder übersetzen, was unverändert bleiben muss, etwa einen Parameternamen oder einen Fehlercode. Die Datei öffnet sich vielleicht noch, aber das Layout bricht, ein Verweis führt ins Leere oder eine Oberfläche zeigt dem Bediener einen Variablennamen.

Kurze Strings verlieren ihren Kontext. HMI-Texte bestehen oft aus einem oder zwei Wörtern mit strengen Längenbegrenzungen. „Stop“ kann ein Befehl oder ein Zustand sein; die Engine rät, und der geratene Begriff muss am Bildschirm überprüft werden.

Unklare Ausgangstexte werden verstärkt. Wo der Ausgangstext mehrdeutig ist, fragt die Engine nicht nach. Sie entscheidet sich für eine Lesart und liefert einen selbstbewussten Satz, und der Post-Editor muss erst einmal bemerken, dass es überhaupt eine Wahl gab.

Light und Full Post-Editing in der Praxis

Der Unterschied zwischen den beiden Stufen ist nicht einfach „mehr Prüfung“. Es ist eine andere Definition dessen, wann die Arbeit erledigt ist.

Beim Light Post-Editing korrigiert der Post-Editor, was inhaltlich falsch ist, und lässt stehen, was lediglich holprig klingt. Begriffe können von Absatz zu Absatz unterschiedlich formuliert sein, und der Stil wird nicht an Ihre früheren Dokumente angeglichen. Nichts soll den Leser in die Irre führen, aber nichts ist geschliffen.

Beim Full Post-Editing behandelt der Post-Editor den maschinellen Entwurf als Rohmaterial. Die Terminologie muss überall dem freigegebenen Glossar entsprechen, ungelenke Sätze werden neu formuliert, der Text muss mit den freigegebenen Übersetzungen in Ihrem Translation Memory übereinstimmen, und Formatierung, Tags und Zahlen werden systematisch geprüft. Das Ergebnis sollte sich in der Qualität nicht von einer Humanübersetzung unterscheiden.

Für Einkäufer ist die Konsequenz einfach. Nennt ein Angebot Post-Editing, ohne die Stufe anzugeben, fragen Sie nach. Steht dort „light“, prüfen Sie, ob der Inhalt tatsächlich intern und kurzlebig ist. Und erreicht der Text Kunden, Servicetechniker oder Behörden, ist nichts unterhalb von Full Post-Editing angemessen.

Welche Dokumente sich für Post-Editing eignen: eine Entscheidungsregel nach Risiko

Eine brauchbare Regel besteht darin, jeder Dokumentart zwei Fragen zu stellen: Wer handelt auf Grundlage dieses Textes, und was passiert, wenn ein Satz plausibel, aber falsch ist? Volumen und Wiederholungsgrad entscheiden, ob ein maschineller Entwurf Zeit spart; das Risiko entscheidet, wie viel menschliche Arbeit darauf aufbauen muss. Die folgende Einteilung ist ein Ausgangspunkt für Hersteller, den Sie an Ihre eigene Risikobewertung anpassen.

  • Ersatzteillisten und -kataloge: kurz, wiederholungsreich und terminologielastig, gut geeignet für Full Post-Editing, sofern Ihr Glossar die Engine steuert und Teilebezeichnungen nie variieren.
  • Servicemitteilungen und Wartungsanleitungen: wiederkehrende Struktur und stabile Begriffe, gut geeignet für Full Post-Editing mit systematischer Prüfung von Zahlen, Einheiten und Toleranzen.
  • Montage- und Betriebsanleitungen: in den beschreibenden Kapiteln geeignet für Full Post-Editing, die Sicherheitskapitel werden gesondert behandelt.
  • Warnhinweise, Schilder und Sicherheitskapitel: geringes Volumen, hohes Risiko; Humanübersetzung oder Full Post-Editing mit anschließender Revision durch einen zweiten Linguisten.
  • HMI- und Softwaretexte: kurz, kontextarm und längenbegrenzt; maschinelle Entwürfe brauchen oft so viel Nacharbeit, dass der Gewinn kleiner ist, als er aussieht.
  • Technische Unterlagen für die CE-Kennzeichnung und EU-Konformitätserklärungen: Dokumente, die eine Behörde oder benannte Stelle prüfen kann; Humanübersetzung mit Revision.
  • Marketing- und Vertriebsunterlagen: Tonalität und Überzeugungskraft zählen mehr als Terminologie; Humanübersetzung oder Transkreation.
  • Interne Dokumente, die nur dem Verständnis dienen: Light Post-Editing oder rohe maschinelle Übersetzung, wenn niemand außerhalb des Unternehmens sie liest.

Für Maschinen gibt es zusätzlich einen rechtlichen Grund, Anleitungen sorgfältig zu behandeln. Die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230, die ab dem 20. Januar 2027 gilt, verlangt Betriebsanleitung und Sicherheitsinformationen in einer Sprache, die die Nutzer in dem Land, in dem die Maschine in Verkehr gebracht wird, leicht verstehen. Welche Pflichten daraus folgen, beschreibt unser Beitrag zur Übersetzung der Dokumentation nach der neuen Maschinenverordnung, und die allgemeinen Regeln für Anleitungen im EU-Produktrecht fasst unser Leitfaden zum Übersetzen von Bedienungsanleitungen zusammen. Keine Verordnung verbietet maschinelle Übersetzung; jede macht den Hersteller für das verantwortlich, was der übersetzte Text sagt.

Warum gesteuerte maschinelle Übersetzung besser funktioniert

Die Qualität eines maschinellen Entwurfs hängt stark davon ab, worauf die Engine zurückgreifen darf. Eine allgemeine öffentliche Engine hat Ihre Dokumentation nie gesehen. Ein gesteuerter Ablauf beginnt mit Ihren eigenen Sprachressourcen.

Die erste Ebene ist Ihr Translation Memory. Freigegebene Sätze werden unverändert wiederverwendet, und nur neue oder geänderte Sätze gehen an die Engine. Bei einer Betriebsanleitung, die mit jeder Produktvariante aktualisiert wird, entwirft die Maschine so womöglich nur einen Bruchteil des Textes.

Die zweite Ebene ist Ihr Glossar. Werden freigegebene Begriffe durchgesetzt, verwendet der Entwurf „Ablassventil“ vom ersten Satz an, und der Post-Editor kümmert sich um den Inhalt, statt immer wieder denselben falschen Begriff zu ersetzen. Das funktioniert nur, wenn das Glossar existiert, freigegeben ist und gepflegt wird. Deshalb ist eine einheitliche Terminologie über Übersetzer und Dienstleister hinweg Voraussetzung für Post-Editing und kein optionales Extra.

Die dritte Ebene ist der Rückfluss. Jede Korrektur des Post-Editors sollte nach der Freigabe in Ihr Translation Memory und Ihr Glossar zurückfließen, damit derselbe Fehler in der nächsten Ausgabe nicht wiederkehrt. Ohne diesen Kreislauf bezahlen Sie dieselbe Korrektur immer wieder. Besonders deutlich wird das, wenn mehrere Dienstleister oder Tochtergesellschaften an denselben Texten arbeiten: Wer Übersetzungen über mehrere Anbieter hinweg steuert, braucht einen gemeinsamen Speicher, in den alle Korrekturen zurückgehen.

Liegen Ihre bisherigen Übersetzungen verstreut in alten Dateien und bei früheren Dienstleistern, lassen sie sich trotzdem nutzen. Per Translation-Memory-Alignment entsteht aus vorhandenen Ausgangs- und Zieldokumenten ein brauchbarer Speicher, sodass die Maschine mit Ihren freigegebenen Formulierungen startet statt mit einem leeren Blatt.

Was Post-Editing wirklich kostet, und die Preisfallen

Post-Editing ist in der Regel günstiger und schneller als eine Humanübersetzung, aber nicht in dem Maß, das viele Einkäufer erwarten. Und die Art der Preisgestaltung kann den Unterschied zwischen echtem Post-Editing und einem schnellen Durchlesen verdecken.

Post-Editing ist kein Korrekturlesen. Ein Post-Editor liest jeden Ausgangssatz, vergleicht ihn mit der maschinellen Ausgabe und korrigiert Inhalt, Begriffe, Zahlen und Tags. Bei technischen Inhalten ist das echte Facharbeit. Ein Satz, der nur das Überfliegen bezahlt, kauft auch nur ein Überfliegen.

Rabatte auf Rabatte verdecken Arbeit. Wird maschinelle Übersetzung mit Treffern aus dem Translation Memory kombiniert, wenden manche Preismodelle einen Abschlag auf den anderen an: einen reduzierten Satz für Teiltreffer aus dem Speicher und dann eine weitere Reduzierung, weil ein maschineller Entwurf existiert. Das Angebot sieht niedrig aus, aber der Aufwand, um den Text veröffentlichungsreif zu machen, ist nicht verschwunden; er ist unterbezahlt, und das zeigt sich meist im Ergebnis. Ein Teiltreffer verlangt weiterhin, dass ein Linguist den alten freigegebenen Satz, den neuen Ausgangstext und den maschinellen Vorschlag vergleicht. Das ist mehr Denkarbeit, nicht weniger.

Ihr Translation Memory verändert die Rechnung stärker als die Engine. Volltreffer aus Ihrem eigenen freigegebenen Speicher sind der günstigste und sicherste Text in jedem Projekt, weil sie bereits geprüft sind. Je mehr von jedem Update aus der Wiederverwendung stammt, desto weniger muss die Engine erzeugen. Diese Wiederverwendung bleibt allerdings nur dann Ihre, wenn das Translation Memory Ihnen gehört und in einem portablen Format vorliegt, statt beim jeweils letzten Dienstleister zu liegen.

Verlangen Sie ein Leverage-Reporting. Ein transparentes Angebot zeigt, wie viele Wörter aus Volltreffern stammen, wie viele aus Teiltreffern, wie viele neu sind und welchen Weg jeder Teil nimmt. Der Einkauf kann Dienstleister dann auf derselben Grundlage vergleichen statt auf Basis eines Wortpreises, der in jedem Angebot etwas anderes bedeutet. Volumen, Wiederholungsgrad, Formate und Satzaufwand bestimmen die Kosten einer technischen Übersetzung zusammen, und ein gutes Angebot macht diese Faktoren sichtbar.

Qualitätsprüfung und Revision im Post-Editing-Ablauf

Ein nachbearbeiteter Text braucht dieselben Qualitätskontrollen wie eine Humanübersetzung, an manchen Stellen sogar mehr, weil eine Maschine andere Fehler macht als ein Mensch.

Automatisierte Prüfungen finden, was Menschen aus Ermüdung übersehen: Zahlen, die zwischen Ausgangs- und Zieltext abweichen, fehlende oder verschobene Tags, Begriffe, die gegen das Glossar verstoßen, uneinheitliche Übersetzungen desselben Satzes und Längenüberschreitungen bei HMI-Texten. Sie sollten über jede Datei laufen, und ein Linguist sollte die Ergebnisse bewerten, statt sie pauschal zu übernehmen oder zu ignorieren.

Die Revision durch einen zweiten qualifizierten Linguisten ist die andere Hälfte. Bei sicherheitsrelevanten Inhalten ist eine zweite Person, die Ausgangs- und Zieltext vergleicht, der zuverlässigste Schutz gegen den flüssigen, aber falschen Satz. Bei weniger kritischen Inhalten kann eine stichprobenbasierte Prüfung genügen, sofern die Abnahmekriterien vorab vereinbart wurden. Auch wiederverwendeter Text verdient in sensiblen Projekten einen zweiten Blick: Ein Satz, der vor Jahren für ein Vorgängerprodukt freigegeben wurde, passt vielleicht nicht mehr zur aktuellen Maschine, und weil er vertraut aussieht, hinterfragt ihn niemand. Welche Fragen Sie einem Dienstleister zu all dem stellen sollten, zeigt unser Beitrag zur Qualitätssicherung bei Übersetzungen.

Vertraulichkeit und öffentliche Engines

Technische Dokumentation enthält oft Inhalte, die ein Hersteller nie veröffentlichen würde: unveröffentlichte Konstruktionen, Prozessparameter, kundenspezifische Konfigurationen. In eine kostenlose öffentliche Engine kopiert, verlässt dieser Text Ihre Kontrolle, wird womöglich außerhalb Ihrer Verträge gespeichert und kann, je nach Nutzungsbedingungen, zur Verbesserung der Engine verwendet werden.

Das spricht dafür, genau zu wissen, welche Engine eingesetzt wird, unter welchem Vertrag, wo die Daten verarbeitet werden, ob sie gespeichert und ob sie zum Training genutzt werden, und diese Antworten schriftlich zu haben. Intern lohnt sich eine einfache Regel mit Konstruktion und Service darüber, was in öffentliche Werkzeuge kopiert werden darf. Das häufigste Risiko ist nämlich nicht der Dienstleister, sondern ein Kollege unter Zeitdruck.

Post-Editing einführen, ohne eine Markteinführung zu gefährden

Der sicherste Weg, Post-Editing einzuführen, ist ein kleiner, messbarer Pilot mit echten Inhalten, nicht eine Grundsatzentscheidung nach einer Vorführung.

Wählen Sie eine Dokumentart, die sich anbietet: wiederkehrend, terminologielastig, für Kunden bestimmt, aber nicht sicherheitskritisch, zum Beispiel eine Wartungsanleitung für eine Produktfamilie. Nehmen Sie ein oder zwei Sprachpaare, für die Sie verlässliche Prüfer haben, idealerweise Kolleginnen und Kollegen in einer Tochtergesellschaft oder bei einem Vertriebspartner, die Ihre Dokumentation in dieser Sprache ohnehin lesen.

Bereiten Sie zuerst die Ressourcen vor. Stellen Sie sicher, dass das Glossar freigegeben und das Translation Memory aktuell ist, und halten Sie die Abnahmekriterien schriftlich fest: Welche Fehler zählen, welche sind kritisch und was prüft der Prüfer? Vereinbaren Sie Full Post-Editing für alles, was Kunden erreicht.

Lassen Sie den Pilot parallel zu Ihrem normalen Ablauf laufen, damit ein enttäuschendes Ergebnis keine Freigabe verzögert. Wenn das Budget es zulässt, lassen Sie denselben Inhalt zusätzlich als Humanübersetzung mit Revision erstellen und von Ihrem Prüfer bewerten, ohne dass er weiß, welche Fassung welche ist. Erfassen Sie Durchlaufzeit, Anzahl und Art der Korrekturen sowie die Zeit, die Ihr Team für Rückfragen aufgewendet hat.

Werten Sie dann ehrlich aus. Terminologieprobleme bedeuten, dass das Glossar vor einer Ausweitung Arbeit braucht; falsche Zahlen oder Tags bedeuten, dass die automatisierten Prüfungen verschärft werden müssen. War die Qualität gleichwertig und die Durchlaufzeit kürzer, weiten Sie Post-Editing auf die nächste Dokumentart aus und lassen Sicherheitskapitel und Behördendokumente auf ihrem eigenen Weg.

Was Sie einen Dienstleister zum Post-Editing fragen sollten

Die meisten Enttäuschungen mit Post-Editing entstehen aus Erwartungen, die nie aufgeschrieben wurden. Fragen Sie, welche Stufe des Post-Editing für jede Dokumentart enthalten ist und ob der Post-Editor mit dem Ausgangstext arbeitet. Fragen Sie, welche Engine eingesetzt wird, wie Ihr Glossar und Ihr Translation Memory sie steuern und was mit Ihren Daten geschieht. Klären Sie, wem Translation Memory und Glossar am Ende des Projekts gehören und in welchem Format Sie sie erhalten. Lassen Sie sich erklären, wie Teiltreffer und maschinelle Entwürfe bepreist werden und ob das Angebot das Leverage pro Kategorie ausweist. Erkundigen Sie sich, welche automatisierten Prüfungen für Zahlen, Tags und Terminologie laufen, wer sicherheitsrelevante Inhalte revidiert und wie eine Reklamation abgewickelt wird. Und fragen Sie, wie freigegebene Korrekturen in Ihre Ressourcen zurückfließen, damit die nächste Ausgabe auf besseren Informationen aufbaut.

Ein Dienstleister, der all das klar beantwortet, steuert maschinelle Übersetzung. Einer, der es nicht kann, verkauft sie nur. Steht ohnehin die Wahl eines neuen Partners an, decken unsere Fragen zur Auswahl eines technischen Übersetzungsbüros den Rest der Zusammenarbeit ab.

Wie DEMA Solutions die Stufe für jedes Dokument festlegt

Bei DEMA Solutions wird maschinelle Übersetzung immer von Menschen gesteuert und ist nie diejenige, die für die Arbeit verantwortlich ist. Für jede Inhaltsart betrachten wir Risiko, Volumen und Verwendungszweck und legen dann den Weg fest. Der Ablauf folgt fünf Schritten:

  1. Ausgangstext und Ressourcen vorbereiten. Translation Memory, Glossar und Stilvorgaben stehen bereit, bevor eine maschinelle Ausgabe erzeugt wird.
  2. Den Weg pro Dokumentart wählen. Rohe Ausgabe nur für das interne Verständnis, Full Post-Editing für Dokumentation, die Kunden erreicht, Humanübersetzung dort, wo die Maschine nicht hilft.
  3. Post-Editing durch qualifizierte Linguisten, die das Fachgebiet kennen, für den finalen Text verantwortlich sind und mit dem Ausgangstext arbeiten.
  4. Systematische Prüfungen von Terminologie, Zahlen, Tags und Formatierung; in sensiblen Projekten werden auch wiederverwendete Übersetzungen erneut geprüft.
  5. Die Korrekturen bewahren. Freigegebene Änderungen fließen in Ihr Translation Memory und Ihr Glossar zurück, damit die nächste Ausgabe auf besseren Informationen aufbaut.

Unsere Seite zu maschineller Übersetzung und Post-Editing beschreibt den vollständigen Ablauf, und die Seite Unsere Qualität erklärt, wie er sich in unseren nach ISO 17100 zertifizierten Prozess einfügt, in dem ein zweiter qualifizierter Linguist jede Übersetzung revidiert. Translation Memorys und Glossare gehören Ihnen und werden in portablen Formaten (TMX und TBX) geliefert, und unser eigenes Team für mehrsprachiges Desktop Publishing liefert nachbearbeitete Dateien in ihren Originalformaten zurück.

Wir bearbeiten seit Jahren große Mengen technischer, finanzieller und juristischer Inhalte im Post-Editing, und unsere Übersetzer sind seit 2019 für Post-Editing zertifiziert. Diese Erfahrung ist der Grund, warum wir den Weg pro Dokumentart und nicht pro Projekt festlegen: Derselbe Kunde kann für seine Wartungsabläufe Full Post-Editing und für sein Sicherheitskapitel eine Humanübersetzung brauchen. Das gehört dazu, wie wir technische Übersetzungen insgesamt angehen.

Die Rolle von TUBE

Für Hersteller mit laufender Dokumentation hält TUBE die maschinelle Übersetzung unter Ihrer Kontrolle. Ihr Glossar und Ihr Translation Memory steuern die maschinelle Übersetzung, sodass Ihre Terminologie und Ihre freigegebenen Formulierungen ab dem ersten Entwurf gelten; jede freigegebene Übersetzung fließt in einen Speicher, der Ihnen gehört und den Sie exportieren können; und das Leverage-Reporting zeigt, welcher Anteil jedes Updates aus bereits freigegebenem Text stammt.

Häufige Fragen

Ein Ablauf, bei dem eine Engine eine erste Übersetzung erzeugt und ein qualifizierter Linguist sie anhand des Ausgangstextes auf Inhalt, Terminologie, Zahlen, Formatierung und Sprachfluss korrigiert, bevor sie verwendet wird. Verantwortlich für den finalen Text ist der Linguist.

Light Post-Editing macht den Text korrekt und verständlich, ohne Stil oder Einheitlichkeit zu bearbeiten. Full Post-Editing bringt ihn auf das Niveau einer Humanübersetzung, und genau das braucht Dokumentation, die Kunden erreicht.

Für wiederkehrende Inhalte mit stabiler, freigegebener Terminologie funktioniert Full Post-Editing durch einen qualifizierten Linguisten in der Regel gut. Sicherheitskapitel, Warnhinweise, neue Terminologie und unklare Ausgangstexte sind mit einer Humanübersetzung oder mit Full Post-Editing und anschließender Revision sicherer.

Das hängt vom Inhalt, vom Sprachpaar und davon ab, wie viel des Textes bereits in Ihrem Translation Memory liegt. Seien Sie vorsichtig bei Angeboten, die Rabatte für maschinelle Übersetzung und für Speichertreffer übereinanderstapeln, denn der Aufwand für das Post-Editing verschwindet dadurch nicht.

Das ist möglich, aber die Ausgabe wird weder von Ihrem Glossar noch von Ihrem Translation Memory gesteuert, und vertrauliche Inhalte können Ihre Kontrolle verlassen. Prüfen Sie die Bedingungen der Engine zu Speicherung und Training, bevor Sie etwas Sensibles hochladen.

ISO 17100 regelt Übersetzungsdienstleistungen mit Humanübersetzung und Revision. Das Post-Editing maschineller Ausgaben beschreibt eine eigene Norm, ISO 18587, die Anforderungen an das vollständige Post-Editing und an die Kompetenzen der Post-Editoren festlegt.

Den richtigen Weg für jedes Dokument wählen

Wenn Ihnen maschinelle Übersetzung für Ihre Dokumentation angeboten wird oder Sie sie bereits nutzen und mit den Ergebnissen unsicher sind, sagen Sie uns, welche Dokumente Sie in welche Sprachen übersetzen. Wir zeigen Ihnen, wo Post-Editing passt, wo nicht, und was ein Pilot mit Ihren eigenen Inhalten erfordern würde.

Wie können wir helfen?

Sagen Sie uns, was Sie brauchen, und wir melden uns mit passenden Lösungen bei Ihnen.

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