DIN ISO 24495-1 erklärt: die Norm für Einfache Sprache und ihre Anwendung auf Unternehmensdokumente

DIN ISO 24495-1 ist die deutsche Fassung der internationalen Norm ISO 24495-1:2023, Einfache Sprache, Teil 1: Grundsätze und Leitlinien. Sie beschreibt Einfache Sprache über vier Prinzipien: Leserinnen und Leser erhalten, was sie brauchen (relevant), finden es leicht (auffindbar), verstehen es (verständlich) und können es nutzen (nutzbar). DEMA Solutions wendet diese Prinzipien mehrsprachig auf Unternehmensdokumente an.

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Für wen dieser Leitfaden ist

Dieser Leitfaden richtet sich an alle, die in einem Unternehmen Dokumente verständlicher machen sollen: Kommunikationsverantwortliche, Rechts- und Compliance-Abteilungen, Leitungen der Technischen Dokumentation, Kundenservice sowie die Verantwortlichen für Richtlinien und Verfahrensanweisungen. Manche wollen wissen, ob DIN ISO 24495-1 eine Pflicht ist oder etwas, das man von einem Dienstleister verlangen kann. Andere haben gehört, ein Vertrag oder ein Handbuch sei „zu kompliziert“, und suchen eine Methode, die objektiver ist als persönlicher Geschmack.

Genau diese Methode liefert die Norm. Sie schreibt nicht vor, wie viele Wörter ein Satz haben darf. Sie zeigt, wie Sie für eine bestimmte Leserschaft und eine bestimmte Aufgabe entscheiden, ob ein Dokument funktioniert.

Was DIN ISO 24495-1 ist, und was nicht

Die internationale Norm wurde vom ISO-Komitee TC 37 (Sprache und Terminologie) erarbeitet und im Juni 2023 veröffentlicht. In Deutschland ist sie als DIN ISO 24495-1:2024-03 erschienen. Die deutsche Fassung verwendet den Begriff „Einfache Sprache“ für das, was im Englischen Plain Language heißt; in der Praxis sind auch die Bezeichnungen Klare Sprache oder Klartext verbreitet.

Ausgangspunkt ist eine Definition: Eine Kommunikation ist in Einfacher Sprache verfasst, wenn Formulierung, Struktur und Gestaltung so klar sind, dass die vorgesehenen Leserinnen und Leser leicht finden, was sie brauchen, verstehen, was sie finden, und diese Informationen nutzen können. Drei Gedanken prägen alles Weitere. Einfache Sprache wird von der Leserschaft her definiert, nicht vom Text: Eine Wartungsanleitung kann für einen Servicetechniker völlig klar und für eine Verbraucherin unverständlich sein. Struktur und Gestaltung zählen so viel wie Wörter: Auch ein Dokument aus kurzen Sätzen scheitert, wenn die eine wichtige Information auf Seite zwölf steht. Und gemessen wird am Gebrauch: Entscheidend ist, ob Leserinnen und Leser auf Grundlage der Informationen handeln können.

Die Norm gilt für die meisten Schriftsprachen und für gedruckte und digitale, überwiegend textbasierte Dokumente, von Informationen für die Allgemeinheit über technische Texte bis zur Gesetzgebung, mit Beispielen nur auf Englisch. Podcasts und Videos deckt sie nicht ab, und die technische Barrierefreiheit digitaler Dokumente überlässt sie den WCAG und der europäischen Norm EN 301 549.

Für das Deutsche gibt es eine Ergänzung: DIN 8581-1:2024-05, Einfache Sprache, Anwendung für das Deutsche, Teil 1: Sprachspezifische Festlegungen. Sie konkretisiert die allgemeinen Leitlinien für die deutsche Sprache und macht einige Empfehlungen verbindlicher. Wer Texte auf Deutsch nach der Norm gestalten will, sollte beide Dokumente zusammen lesen.

Ebenso wichtig ist, was die Norm nicht ist. ISO 24495-1 ist eine Leitlinien-Norm: Sie formuliert Grundsätze und Leitlinien, keine prüfbaren Anforderungen. Eine offizielle Zertifizierung von Dokumenten nach dieser Norm gibt es nicht, und derzeit zertifiziert kein akkreditiertes Verfahren Unternehmen oder Dienstleister danach. Innerhalb der ISO wird ein weiterer Teil mit Anforderungen an Organisationen erarbeitet. Solange er nicht veröffentlicht ist und Zertifizierungsstellen dafür nicht akkreditiert sind, ist „zertifiziert nach DIN ISO 24495-1“ nur eine Eigenaussage des Anbieters. Korrekt ist die Formulierung, dass ein Dokument nach den Grundsätzen und Leitlinien der Norm erstellt oder überarbeitet wurde.

Die Normenreihe wächst. ISO 24495-2 zur Rechtskommunikation wurde 2025 veröffentlicht und überträgt Teil 1 auf Verträge, Bedingungen, Bescheide und andere juristische Texte; weitere Teile sind in Arbeit.

Die vier Prinzipien der DIN ISO 24495-1

Die vier Prinzipien lesen sich am besten als Abfolge: Jedes baut auf dem vorherigen auf.

Relevant: Leserinnen und Leser erhalten, was sie brauchen. Vor dem Schreiben wird geklärt, wer liest, was die Leserschaft mit dem Dokument tun will, in welcher Situation sie es liest, welche Dokumentart zu diesem Zweck passt und welche Inhalte sie tatsächlich braucht. Alles, was nicht gebraucht wird, verdeckt das, was gebraucht wird. Für Unternehmen ist das meist das schwierigste Prinzip, weil Dokumente oft für den Absender geschrieben werden (um eine Entscheidung festzuhalten oder sich gegen Ansprüche abzusichern) und nicht für die Person, die sie erhält.

Auffindbar: Leserinnen und Leser finden leicht, was sie brauchen. Die Struktur folgt den Fragen und Aufgaben der Leserschaft, Überschriften kündigen an, was folgt, Mittel der Informationsgestaltung wie Tabellen, Listen und Weißraum erleichtern die Orientierung, und ergänzende Informationen stehen getrennt vom Hauptweg. In der Praxis verändert dieses Prinzip ein Dokument oft am stärksten: Entscheidung, Frist oder Handlung an den Anfang zu stellen, bewirkt mehr, als jeden Satz umzuschreiben.

Verständlich: Leserinnen und Leser verstehen, was sie finden. Das ist der Teil, den viele mit Einfacher Sprache verbinden: vertraute Wörter, klare Sätze, knappe Absätze, ein passender Ton, Bilder dort, wo sie besser erklären als Worte, und ein zusammenhängender Text, in dem erkennbar ist, wie ein Punkt zum nächsten führt. Notwendige Fachbegriffe bleiben, werden aber erklärt und einheitlich verwendet.

Nutzbar: Leserinnen und Leser können die Informationen nutzen. Das Dokument wird während der Erstellung bewertet, wenn möglich mit echten Leserinnen und Lesern getestet und auch nach der Veröffentlichung weiter beobachtet. Ein Dokument, das nie von seiner Leserschaft erprobt wurde, ist nur vermutlich verständlich.

Proofreader reviewing a printed text

Die Leitlinien hinter den Prinzipien

Zu jedem Prinzip gibt die Norm Leitlinien, die seine Anwendung erläutern. Sie sind keine starre Checkliste und wirken am besten mit Urteilsvermögen, geben einem Team aber ein gemeinsames Vokabular und eine Arbeitsreihenfolge. Die Leitlinien zur Nutzbarkeit werden in Unternehmen am häufigsten übersprungen: das Dokument während der Entstehung bewerten, es mit der Leserschaft weiter bewerten und nach der Veröffentlichung beobachten, wie es genutzt wird.

Hier unterscheidet sich die Norm von vielen Ratgebern zur verständlichen Sprache. Zahlreiche interne Schreibleitfäden und Empfehlungen aus der Verwaltung sind Listen von Wort- und Satzregeln. ISO 24495-1 widmet den größten Teil ihres Umfangs der Leserschaft, der Struktur und der Bewertung und behandelt die Wortwahl als einen Teil einer größeren Gestaltungsaufgabe. Unternehmen mit eigenem Schreibleitfaden müssen ihn nicht verwerfen: Sie können ihn mit den vier Prinzipien abgleichen und sehen, wo er dünn ist, meist bei Relevanz und Bewertung.

Warum Unternehmen die Norm einsetzen

Kein EU-Gesetz verpflichtet Unternehmen, ISO 24495-1 einzuhalten. Die Norm liefert aber eine konkrete Methode für Pflichten, die bereits allgemein formuliert im Recht stehen. Die DSGVO verlangt, dass Informationen an betroffene Personen in präziser, transparenter, verständlicher und leicht zugänglicher Form in einer klaren und einfachen Sprache übermittelt werden. Nach dem Transparenzgebot des § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB kann eine AGB-Klausel unwirksam sein, wenn sie nicht klar und verständlich ist, und Zweifel bei der Auslegung gehen zulasten des Verwenders. Die Medizinprodukteverordnung verlangt Gebrauchsanweisungen, die für den vorgesehenen Anwender leicht verständlich sind. Und der European Accessibility Act, in Deutschland umgesetzt durch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz und seine Verordnung, begrenzt bei Bankdienstleistungen für Verbraucher die Komplexität von Informationen auf das Niveau B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen; welche Dokumente davon betroffen sind, erklärt unser Beitrag zu Ausnahmen und B2B-Fragen im Barrierefreiheitsstärkungsgesetz.

Keiner dieser Texte sagt, wie man die Einhaltung nachweist. Eine dokumentierte Methode auf Basis einer internationalen Norm ist eine deutlich bessere Position als „unsere Juristen fanden es verständlich“. Für den Einkauf hat die Norm einen zweiten Nutzen: Sie liefert eine objektive Spezifikation für die Ausschreibung, sodass Anbieter an denselben Prinzipien gemessen werden und nicht an ihrer eigenen Vorstellung von Verständlichkeit.

Dazu kommt ein wirtschaftlicher Grund: Unverstandene Briefe erzeugen Anrufe, nicht befolgte Verfahrensanweisungen erzeugen Fehler, und jeder unklare Satz im Ausgangstext wird nach der Übersetzung zu mehreren unklaren Sätzen.

So wenden Sie DIN ISO 24495-1 auf Unternehmensdokumente an

Die Prinzipien gelten für jedes Dokument, die Schwachstellen unterscheiden sich aber. Fünf Dokumentarten decken die meisten Fragen ab.

Handbücher und Anleitungen. Die Technische Dokumentation hat bereits feste Strukturkonventionen, daher liegen die Verbesserungen meist bei Relevanz und Verständlichkeit. Trennen Sie, was der Bediener tun muss, von dem, was die Konstruktion erklären möchte; setzen Sie Warnhinweise dorthin, wo die Handlung stattfindet, statt in ein Kapitel am Anfang; schreiben Sie eine Handlung pro Schritt; und verwenden Sie für dasselbe Bauteil überall denselben Begriff, auch auf dem Display der Maschine. Unser Leitfaden zum Thema Bedienungsanleitung übersetzen erklärt die EU-Regeln für Anleitungen, die voraussetzen, dass Nutzer sie in ihrer Sprache verstehen.

Verträge und AGB. Juristische Präzision und Einfache Sprache schließen sich nicht aus. Definierte Begriffe, eine logische Reihenfolge der Klauseln, Überschriften, die sagen, was eine Klausel regelt, und aktive Sätze, die benennen, wer was tun muss, machen einen Vertrag präziser, nicht ungenauer. Die Arbeit braucht Juristen und Fachleute für Einfache Sprache gemeinsam, und das Ergebnis muss die Übersetzung überstehen. Darum geht es in unserem Beitrag Vertrag übersetzen lassen. ISO 24495-2 ergänzt spezifische Leitlinien für diese Art der Rechtskommunikation.

Kundenbriefe und Mitteilungen. Hier zahlt sich das Relevanzprinzip am schnellsten aus. Wer einen Brief zu einer Preisänderung, einem Schadenfall oder einer Vertragsverlängerung öffnet, will drei Dinge wissen: was passiert ist, was es für ihn bedeutet und was er bis wann tun muss. Stehen diese Antworten im ersten Absatz und die rechtlichen Hintergründe danach, entfällt meist ein Großteil der Rückfragen.

Richtlinien und Verfahrensanweisungen. Interne Richtlinien werden oft geschrieben, um genehmigt zu werden, nicht um genutzt zu werden. Die Prinzipien Auffindbarkeit und Nutzbarkeit anzuwenden heißt, sie nach den Situationen zu gliedern, in denen Beschäftigte sie brauchen, die Regel von ihrer Begründung zu trennen und sie mit den Menschen zu testen, die sie befolgen sollen, auch mit Beschäftigten, die sie in einer Zweitsprache lesen.

Mehrsprachige Inhalte. Für ein Unternehmen, das in mehreren Sprachen veröffentlicht, ist der Ausgangstext die Vorlage für jede Fassung. Ihn einmal verständlich zu machen, kostet weniger, als die Verständlichkeit danach in jeder Sprache zu reparieren.

Einfache Sprache und Übersetzung

Einfache Sprache und Übersetzung liegen oft bei verschiedenen Teams, und das ist eine verpasste Chance. Ein verständlicher Ausgangstext macht Übersetzungen günstiger, schneller und einheitlicher, und er verbessert die maschinelle Übersetzung.

Die Gründe sind praktisch. Mehrdeutige Sätze zwingen Übersetzer zu raten oder Rückfragen zu stellen, und zwei Übersetzer lösen dieselbe Mehrdeutigkeit womöglich unterschiedlich. Lange Sätze mit verschachtelten Bedingungen sind die Stellen, an denen sich Fehler häufen, weil ihre Logik in einer anderen Wortstellung neu aufgebaut werden muss. Uneinheitliche Terminologie im Ausgangstext wird in jeder Zielsprache uneinheitlich, vervielfacht. Wiederkehrende, einheitlich formulierte Texte erzeugen mehr Treffer in einem Translation Memory, das Ihnen gehört, und Aktualisierungen kosten mit der Zeit weniger.

Auch maschinelle Übersetzung, ob mit spezialisierten Übersetzungssystemen oder allgemeinen KI-Modellen, reagiert empfindlich auf die Qualität des Ausgangstexts. Klare, vollständige Sätze mit eindeutigen Subjekten und einheitlichen Begriffen liefern deutlich besseren Rohoutput und damit weniger Nachbearbeitung. Ein Ausgangstext in Einfacher Sprache ist einer der günstigsten Wege, das Post-Editing maschineller Übersetzungen zu verbessern.

Zwei Einschränkungen gelten. Erstens überträgt sich Verständlichkeit nicht von selbst. Die wörtliche Übersetzung eines verständlichen englischen Texts kann im Deutschen steif oder unklar wirken, weil jede Sprache eigene Konventionen für Satzlänge, Register und die Ansprache in Anleitungen hat; gerade im Deutschen neigen Übersetzungen zu Nominalstil und Satzklammern, die das Verstehen erschweren. Die Prinzipien müssen in jeder Zielsprache neu angewendet werden, von Fachleuten, die sie kennen. Zweitens muss die Terminologie fest bleiben. Einfache Sprache heißt nie, einen definierten technischen oder juristischen Begriff in einem Dokument durch ein freundlicheres Synonym zu ersetzen und im nächsten nicht. Ein zentrales Terminologiemanagement, das Begriffe über Übersetzer und Anbieter hinweg einheitlich hält, verbindet Verständlichkeit und Präzision.

Wie die vier Prinzipien in jeder Ihrer Sprachen umgesetzt werden, gehört deshalb in einen Styleguide und in eine gepflegte Terminologiedatenbank: bevorzugte Satzmuster, Anrede, Schreibweise von Handlungsanweisungen und Warnhinweisen, feste Begriffe. Unser Service für Terminologiemanagement baut diese Grundlage mit Ihnen auf.

Einfache Sprache, Leichte Sprache und Barrierefreiheit

Einfache Sprache ist nicht dasselbe wie Leichte Sprache. DIN ISO 24495-1 richtet sich an ein breites Publikum und verbessert die Hauptfassung eines Dokuments; die Regeln der Leichten Sprache gehören ausdrücklich nicht zu ihrem Gegenstand. Leichte Sprache erstellt eine eigene, stark vereinfachte Fassung für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen oder Lernschwierigkeiten, folgt eigenen Regeln und wird in der Regel von Prüferinnen und Prüfern aus der Zielgruppe geprüft. Viele Organisationen brauchen beides: eine verständliche Hauptfassung für alle und eine Fassung in Leichter Sprache für Menschen, die mehr Unterstützung brauchen. Welche der beiden Fassungen Ihre Leserschaft tatsächlich braucht, klärt unser Vergleich zum Unterschied von Leichter und Einfacher Sprache.

Einfache Sprache ersetzt auch keine technische Barrierefreiheit. Ein verständliches Dokument, das als PDF ohne Tags veröffentlicht wird, bleibt für Screenreader-Nutzer unbrauchbar, deshalb verweist die Norm für digitale Barrierefreiheit auf WCAG und EN 301 549. Wenn Ihre Dokumente barrierefrei sein müssen, zeigt die Anleitung Barrierefreie PDF erstellen die Dateiseite; Einfache Sprache deckt den Inhalt ab.

So prüfen Sie ein Dokument nach DIN ISO 24495-1

Da es keine Zertifizierung gibt, lautet die nützliche Frage nicht „Ist dieses Dokument konform?“, sondern „Funktioniert es für seine Leserschaft, und können wir zeigen, wie wir das geprüft haben?“. Eine strukturierte Prüfung entlang der vier Prinzipien beantwortet diese Frage und lässt sich mit jedem bestehenden Dokument in wenigen Schritten durchführen.

Beginnen Sie mit Leserschaft und Aufgabe. Halten Sie in ein bis zwei Sätzen fest, wer das Dokument liest, was diese Personen tun oder entscheiden müssen und in welcher Situation. Kann sich das Team darauf nicht einigen, hat das Dokument keine Chance, relevant zu sein, und diese Uneinigkeit ist der erste Befund.

Prüfen Sie die Relevanz. Gehen Sie das Dokument durch und markieren Sie jeden Abschnitt, den die Leserschaft für ihre Aufgabe braucht, jeden, der nur dem Absender dient, und alles, was fehlt. Inhalte für den Absender müssen vielleicht bleiben, etwa aus rechtlichen Gründen, können aber in einen Anhang oder einen eigenen Abschnitt wandern.

Prüfen Sie die Auffindbarkeit. Lesen Sie nur die Überschriften und den ersten Satz jedes Abschnitts. Kann eine Leserin vorhersagen, wo sie die Antwort auf ihre drei wahrscheinlichsten Fragen findet? Steht das Wichtigste am Anfang? Sind Warnhinweise, Fristen und Handlungen sichtbar, ohne alles andere zu lesen?

Prüfen Sie die Verständlichkeit. Suchen Sie nach langen Sätzen mit mehreren Bedingungen, Passivkonstruktionen, die verbergen, wer handeln muss, unerklärten Abkürzungen, uneinheitlichen Begriffen und Substantivierungen, wo ein Verb klarer wäre. Lesbarkeitsformeln können Problemstellen markieren, messen aber nur Oberflächenmerkmale.

Testen Sie die Nutzbarkeit. Geben Sie das Dokument einigen Personen, die der vorgesehenen Leserschaft entsprechen, und lassen Sie sie realistische Aufgaben lösen: die Frist finden, erklären, was zu tun ist, sagen, was passiert, wenn sie nichts tun. Schon wenige Testpersonen zeigen Probleme, die kein interner Prüfer sieht.

Dokumentieren und wiederholen Sie. Halten Sie Leserprofil, Befunde, Änderungen und Testmethode fest. Diese Dokumentation ist Ihr Nachweis, dass das Dokument nach DIN ISO 24495-1 entwickelt wurde, und beschleunigt die nächste Überarbeitung. Bei übersetzten Dokumenten wiederholen Sie den Test zumindest in den wichtigsten Zielsprachen, nicht nur im Ausgangstext.

Häufige Fehler

Der häufigste Fehler ist, Einfache Sprache als letzten Feinschliff zu behandeln. Ein Text, der nach der juristischen und technischen Prüfung umgebaut wird, muss erneut geprüft werden, also lassen Teams es bleiben; Leserprofil und Struktur von Anfang an einzuplanen, kostet weit weniger. Der zweite ist, verständlich mit kurz gleichzusetzen: Wer notwendige Details streicht, macht einen Text weniger nutzbar, und manchmal ist die verständliche Fassung länger, weil sie einen Begriff erklärt oder ein Beispiel ergänzt. Der dritte ist, die Prinzipien auf den Ausgangstext anzuwenden und dann wörtlich zu übersetzen, sodass die Verständlichkeit genau dort verloren geht, wo ausländische Kunden und Beschäftigte lesen. Der vierte ist, zu viel zu versprechen, etwa ein Dokument als nach einer Norm zertifiziert zu bezeichnen, für die es kein Zertifizierungsverfahren gibt. Eine solche Aussage kann die Rechtsabteilung eines Kunden leicht angreifen.

Was Sie einen Anbieter für Einfache Sprache fragen sollten

Einige Fragen trennen ein strukturiertes Vorgehen von einem reinen Lektorat. Fragen Sie, wie der Anbieter Leserschaft und Aufgaben vor dem Umschreiben ermittelt, wie und mit wem er die Nutzbarkeit testet, wie er juristische und technische Begriffe schützt, die sich nicht ändern dürfen, und wie die verständliche Fassung in jede Zielsprache gelangt. Und fragen Sie, wie er seine Arbeit in Bezug auf DIN ISO 24495-1 beschreibt: Ein seriöser Anbieter sagt, dass er den Grundsätzen und Leitlinien der Norm folgt, nicht, dass er Dokumente danach zertifiziert.

Wie DEMA Solutions DIN ISO 24495-1 anwendet

Unser Service Einfache Sprache nach ISO 24495-1 orientiert sich an den Prinzipien der ISO 24495-1:2023 und wird für Websites, Formulare, Bildung, Gesundheit sowie interne und kundenbezogene Informationen eingesetzt. Die Arbeit folgt der Logik der Norm: Wir ermitteln, was Leserinnen und Leser wissen oder tun müssen, ordnen die Informationen nach ihren Fragen, formulieren um und erklären notwendige Fachbegriffe, prüfen, ob die Leserschaft Kernaussagen und nächsten Schritt findet, und setzen das Ergebnis in mehrsprachigen Projekten in jeder Zielsprache neu um, statt Formulierungen mechanisch zu übersetzen.

Weil wir auch Übersetzungen liefern, können Einfache Sprache und Übersetzung als ein abgestimmter Prozess laufen. Übersetzt wird in einem nach ISO 17100 zertifizierten Prozess, in dem eine zweite qualifizierte Fachperson jede Übersetzung revidiert; unser hauseigenes DTP-Team übernimmt das Layout in den Originaldateien, und unsere Teams in Italien, Serbien und Spanien arbeiten in den Sprachen, in denen unsere Kunden veröffentlichen. Einfache Sprache ist Teil unserer Dienstleistungen für barrierefreie und inklusive Sprache, zusammen mit Leichter Sprache und barrierefreien PDF.

Wo TUBE ins Spiel kommt

Für Unternehmen, die Inhalte in Einfacher Sprache mehrsprachig veröffentlichen und regelmäßig aktualisieren, hält die Lösung TUBE die abgestimmten Formulierungen stabil. Ihr Glossar und Ihr Translation Memory steuern die maschinelle Übersetzung, jede freigegebene Übersetzung fließt in ein Translation Memory, das Ihnen gehört und das Sie exportieren können, und Leverage-Berichte zeigen, wie viel jeder Aktualisierung aus bereits freigegebenen Formulierungen stammt.

Häufige Fragen

DIN ISO 24495-1:2024-03 ist die deutsche Fassung der internationalen Norm ISO 24495-1:2023, Einfache Sprache, Teil 1: Grundsätze und Leitlinien. Sie definiert Einfache Sprache als Kommunikation, deren Formulierung, Struktur und Gestaltung es der vorgesehenen Leserschaft ermöglichen, Informationen leicht zu finden, zu verstehen und zu nutzen, und legt dafür vier Prinzipien mit Leitlinien fest.

Relevant (die Leserschaft erhält, was sie braucht), auffindbar (sie findet es leicht), verständlich (sie versteht, was sie findet) und nutzbar (sie kann die Informationen verwenden). Zu jedem Prinzip gibt es Leitlinien, von der Bestimmung der Leserschaft bis zum Test des Dokuments mit ihr.

Nein. ISO 24495-1 ist eine Leitlinien-Norm, und eine offizielle Zertifizierung von Dokumenten gibt es derzeit nicht. Innerhalb der ISO wird ein Teil mit Anforderungen an Organisationen erarbeitet. Bis dahin ist die korrekte Aussage, dass ein Dokument den Grundsätzen und Leitlinien der Norm folgt.

Die Norm selbst ist freiwillig. Mehrere Vorschriften verlangen aber klare und verständliche Sprache, etwa die DSGVO für Datenschutzhinweise und das Transparenzgebot für AGB. Die Norm ist eine praktische Methode, diese allgemeinen Pflichten zu erfüllen.

DIN 8581-1 ergänzt DIN ISO 24495-1 um sprachspezifische Festlegungen für das Deutsche. Sie konkretisiert die allgemeinen Leitlinien für deutsche Texte und sollte zusammen mit der internationalen Norm gelesen werden.

Einfache Sprache verbessert die Hauptfassung eines Dokuments für ein breites Publikum und ist Gegenstand von DIN ISO 24495-1. Leichte Sprache erstellt eine eigene, stark vereinfachte Fassung für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen oder Lernschwierigkeiten, nach eigenen Regeln und meist von Prüfenden aus der Zielgruppe geprüft.

In der Regel ja. Ein klarer, einheitlicher Ausgangstext reduziert Rückfragen und Fehler, erzeugt mehr wiederverwendbare Treffer im Translation Memory und verbessert den Output maschineller Übersetzung, was den Aufwand für Post-Editing senkt.

Machen Sie Ihre Dokumente für ihre Leserschaft nutzbar

Wenn Ihre Verträge, Kundenbriefe, Handbücher oder Richtlinien verständlicher werden sollen, in einer oder mehreren Sprachen, senden Sie uns ein Beispiel und sagen Sie uns, wer es liest. Wir prüfen es anhand der vier Prinzipien der DIN ISO 24495-1 und schlagen vor, wie es umgeschrieben und übersetzt werden kann.

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